Beste Stimmung bei der Genthiner Touristinformation. Die Einrichtung hat wiederholt die Zertifizierung durch den Deutschen Tourismusverband bestanden. Sichtbares Zeichen dafür ist die i-Marke, die gestern für jeden unübersehbar an der Fassade enthüllt wurde.

Genthin l Zum vierten Mal darf sich die Genthiner Touristinformation im wahrsten Sinne des Wortes ein "i" auf ihr Aushängeschild schreiben. Das Qualitätssiegel steht für eine erfolgreich absolvierte Prüfung durch den Deutschen Tourismusverband.

Zunächst musste die Einrichtung als eine Zugangsvoraussetzung die Hürde von 15 Pflichtkriterien nehmen, bis ein anonymer Tester gesandt wurde, der weitere 40 Kriterien abarbeitete. "Wir haben versucht, dem Kriterien-Katalog gerecht zu werden, unser Problem ist mitunter das Zeitmanagement. Denn die Teilnahme an Schulungen und Seminaren ist uns oft nicht möglich. Doubeln ist noch nicht drin", räumte Marina Conradi ein. Trotzdem beendete die Genthiner Touristinformation die Zertifizierung mit einem Achtungserfolg, in dem sie 90 Prozent der Kriterien erfüllte. Der Landesdurchschnitt liegt bei 84 Prozent.

Marina Conradi verwies darauf, dass die Touristinformation sehr vielfältige touristische Aufgaben erfüllt. Deshalb richtete sie ihren Dank an den Vorstand des Fremdenverkehrsvereins, die Mitglieder des Vereins, der Stadtverwaltung, aber auch an alle bisherigen Mitarbeiter der Touristinformation. Etwa 160 in verschiedenen Förderstrukturen seien es gewesen.

Die Geschäftsführerin des Landestourismusverbandes, Bärbel Schön, bescheinigte der Genthiner Einrichtung eine kontinuierlich gute Arbeit und lobte den Umstand, dass Genthin sowohl in den Tourismusverbänden Elbe-Börde-Heide als auch Altmark eingebunden sei. Dafür fehle allerdings der Landkreis.

Irene Mihlan vom Tourismusverband Elbe-Börde erwiderte daraufhin, dass sich die Zusammenarbeit mit dem Landkreis verbessert habe. "Die ganz schlechten Zeiten sind vorbei."

Altbürgermeister Wolfgang Bernicke, zugleich Geschäftsführer des Fremdenverkehrvereins Genthin, versicherte, dass er sich in seiner Eigenschaft als neu gewähltes Kreistagsmitglied dafür einsetzen werde, dass der Landkreis wieder Mitglied im Tourismusverband werde.

Als sich die Tourismus-Fachleute über die zum Teil noch nicht befriedigende touristische Radwege-Situation in der Region Genthin austauschten, warf Bürgermeister Barz ein: "Uns nutzen keine großen Reden, das einzige was hilft, ist Geld." Es bedürfe keiner großen Verwaltungsreformen, schon bessere Vernetzungen würden Einspareffekte herbeiführen.

Gegenwärtig bringt die Stadt Genthin 80 000 Euro für die Tourismusförderung (Sach- und Personalkosten) auf. Ein starkes Engagement auf touristischem Gebiet sei auch Wirtschaftsförderung, betonte der Stadtchef. Die Stadt, so Barz, sei in schwierige finanzielle Fahrwasser geraten. Trotzdem wolle sie sich von liebgewordenen Schätzen wie der Schwimmhalle, der Bibliothek und der Touristinformation nicht trennen. Barz: "Aber die Bürger müssen auch mitbekommen, dass Kultur etwas kostet."