Genthin l Rauhhaarteckel Porky von den Fuchsbergen und seine zwei vierbeinigen Mitstreiter hatten am Sonntag im Jagdrevier Altenhausen bei Flechtingen Schwerstarbeit zu leisten. Auf einer 1050 Meter langen und 40 Stunden alten Schweißfährte (weidmännisch für Blut) mussten sich die Teckel und ihre Hundeführer zum vorgegebenen Ziel, ein Stück Wild, mühsam durcharbeiten.

Vier Wundbetten (weidmännisch für Ablagestellen des verletzten Wildes) waren dabei ausfindig zu machen. Ein echte Herausforderung selbst für Top-Spürnasen.

"Der Teckel, der hier am Start war, musste alles können." - Angela Kummert

Dass bei dieser Landesauswahlsuche weitaus mehr verlangt wurde, als bei einer normalen Schweißprüfung, die jeder Teckel, der jagdlich geführt wird, ablegen muss, machte Prüfungsleiterin Angela Kummert aus Flechtingen deutlich. Der Wald, in dem die Landesauswahlsuche ausgerichtet wurde, weise zum einen sehr viele Wildarten auf, darunter auch Muffelwild.

Die Teckel durften sich also nicht von den vielen "fremden Gerüchen" ablenken lassen, sie mussten, wie der Jäger sagt, "Verleitungen" wiederstehen. Zudem führte die Fährte durch Misch-, Laub- und Nadelwald. "Der Teckel, der hier am Start war, musste alles können", sagte Angela Kummert.

Darüber hinaus war die Fährte, die sonst gespritzt wird, mit einem Stick mit einem Schaumgummi-Teil unmittelbar am Waldboden getupft, was die Suche für die Teckel noch um einiges schwieriger machte. Für Wilfried Dickner, der der Jagd seit über 30 Jahren nachgeht, hatte die Prüfungsleiterin aus Flechtingen viel Lob parat.

"Übung und Vertrauen sind Voraussetzungen für einen Erfolg." - Wilfried Dickner

Er habe unter schwersten Bedingungen sehr gute Arbeit geleistet, sagte sie. Und er habe dem Hund die Möglichkeit gegeben, sich selbst zu korrigieren und sei bei einem Abkommen von der Fährte ruhig stehengeblieben.

So konnte sich der Teckel, geführt an einer neun Meter langen Leine, wieder auf die Fährte "raufarbeiten". Für seine perfekte Leistung wurde der zweijährige Porky von den Fuchsbergen mit 100 Punkten und dem 1. Preis belohnt - besser ging es nicht.

Wilfried Dickner war sich des Erfolges am Sonntag durchaus nicht sicher: "Meine Erwartungen an die Arbeit meines Hundes hatte ich nicht zu hoch geschraubt, denn manchmal ist am Prüfungstag alles anders."

Gleichwohl hatte der erfahrene Hundeführer, der bereits bei einem Bundesausscheid einen 3. Platz (die Vergabe des Platzes richtet sich nach der Punktzahl) erreicht hatte, sich und seinen Hund optimal auf den Vergleich vorbereitet.

"Neben regelmäßigem Üben muss zwischen Hundeführer und Hund bedingungsloses Vertrauen bestehen. Das ist die Voraussetzung für einen Erfolg."

Zur Landesauswahlsuche hätten die acht in Sachsen-Anhalt arbeitenden Teckel-Gruppen Hunde anmelden können. Die Anforderungen an solchen Ausscheid sind allerdings so hoch, dass viele Hundeführer von einer Teilnahme Abstand nehmen, erklärt Wilfried Dickner, der Porky von den Fuchsbergen nun auf der Bundessiegersuche im September in Hürtgenwald/Eifel führen wird.

Die Region Genthin hat dort durchaus einen Namen zu verteidigen. So holte Reiner Müller aus Güsen, der auch als Richter tätig ist und sich wie Wilfried Dickner als Mitglied in der Teckelgruppe Genthin Süd engagiert, in den 1990er Jahren hier bereits einen Siegertitel. "Er ist mit seiner Erfahrung ein Vorbild für mich", sagte Dickner.

Auch für die Teckelgruppe Genthin-Süd und den Zwinger von den Fuchsbergen ist das Abschneiden von Porky und Wilfried Dickner ein Achtungserfolg.