Mit einem großen Familiennachmittag beging die Freiwillige Feuerwehr Brettin ihr 80-jähriges Bestehen. Mit weniger Personal als früher will die Wehr dennoch viel bewegen. Derzeit gründet sich ein Förderverein und auch die Jugendabteilung soll wiederbelebt werden.

Brettin l Nicht einmal das wechselhafte Wetter konnte die gute Laune auf der Brettiner Festwiese trüben. Kinder tollten auf der Hüpfburg des Kreisfeuerwehrverbandes, ließen sich im Zelt des Pareyer Moskitoclubs schminken oder versuchten sich selbst mit Löschversuchen an einem Holzhaus. "Vielleicht trete ich auch mal in die Feuerwehr ein, wenn ich groß bin", sagte der siebenjährige Paul aus Brettin nach seinem Versuch an der Löschspritze. Worte, die Ortswehrleiter Dirk Ludwig gerne hören wird, fehlt der Wehr doch der Nachwuchs.

"Wir hatten zehn Jahre eine Jugendfeuerwehr, die 2006 mangels Mitgliedern abgemeldet werden musste", bedauert er. Auch in Brettin habe man das Problem aller Feuerwehren, es sei nicht mehr genug Personal vorhanden. Derzeit besteht die Feuerwehr aus 23 Mitgliedern, davon sind 16 Aktive. "Vor 15 Jahren hatten wir mehr als 30 Aktive." Um zukünftig nicht zu überaltern, soll es wieder eine Jugendabteilung in Brettin geben. "Vielleicht mit der Roßdorfer Wehr zusammen", spekuliert Ludwig über die Zukunft.

Wesentlich konkreter sieht es bei der Entstehung des Fördervereins für die Feuerwehr Brettin aus. "Hier stehen Personen für den Vorstand bereit und bald wird der Verein aus der Taufe gehoben", freut sich der Ortswehrleiter. Die Feuerwehr sei ein Pfeiler des Dorflebens, meint auch der stellvertretende Ortswehrleiter Guido Meseberg. Die Wehr feierte sich selbst mit einem umfangreichen Familientag. Dieser hatte am Nachmittag mit einem Festumzug durch das Dorf begonnen.

Die stimmungsvolle Begleitung kam vom Genthiner Musikexpress, der nach der Ankunft auf dem Festplatz auch ein beschwingtes Platzkonzert präsentierte. Vor Ort waren zudem befreundete Feuerwehren aus Roßdorf, Schlagenthin, Klitsche, Kleinwusterwitz und Genthin. Sie präsentierten ihre Feuerwehrfahrzeuge und standen mit Erläuterungen zur Feuerwehrtechnik zur Verfügung. "Das ist nicht nur für die Kinder interessant", fand Kathrin Geißler, die mit Sohn Chris-Luka vor Ort war. Man kenne die Feuerwehrleute und wisse, was sie für den Ort leisten, meinte sie.

Auch die offiziellen Gäste waren voll des Lobes. "Ich wünsche mir auch in Zukunft eine gute Zusammenarbeit der Feuerwehren der Stadt Jerichow", sagte Bürgermeister Harald Bothe. Das sei bei 17 Wehren nicht immer ganz einfach. "Aber gerade ihr zeigt immer ein besonderes Engagement." Nach der Gründung der Einheitsgemeinde im Jahr 2010 ist das Einsatzgebiet der Brettiner Wehr größer geworden. Nicht nur Roßdorf auch das Gebiet der Stadt Genthin gehört heute dazu.

Stadtwehrleiter Ralf Braunschweig überreichte ein Präsent und bat: "Macht weiter, damit es euch auch in 80 Jahren noch gibt." Er selbst werde dann allerdings nicht mehr zum Gratulieren kommen, fügte Braunschweig mit einem Augenzwinkern hinzu.

Heiter ging es auch beim Auftritt der Fienerländer Musikanten zu, die zur Kaffeezeit aufspielten. Zuvor präsentierten die Feuerwehren aber noch einiges Wissenswertes aus ihrem Arbeitsbereich. Die Schlagenthiner Feuerwehr hatte ihr Rettungsgerät dabei und zeigte eine Bergung aus einem Unfallauto. Dabei schnitten sie das Fahrzeug ganz wie bei echten Einsätzen auf, um eine Person zu befreien.

Nicht minder spektakulär war der simulierte Fettbrand, den die Brettiner vorführten. "Ein auf dem Herd vergessener Topf mit heißem Fett oder Öl hat Feuer gefangen, wir zeigen was passiert, wenn nun mit Wasser gelöscht wird", erläuterte Guido Meseberg vor dem Versuch.

Eine meterhohe Stichflamme verblüffte das Publikum. Bei den hohen Temperaturen entstehen aus einem Liter Wasser rund 1700 Liter Wasserdampf. Der Dampf steigt nach oben und schleudert das darüber schwimmende Fett als kleine Tröpfchen mit nach außen. "Machen Sie das zu Hause nie nach", warnten die Feuerwehrleute. "Denn auch der neben dem Herd stehende Mensch wird Opfer der Flammen."

 

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