Mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau schloss die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft (GWG) das Jahr 2013 ab. 233 Wohnungen stehen leer. Auch die Nutzung des alten Amtsgerichtes bleibt ungeklärt.

Genthin l In einem schwierigen Umfeld hat sich die GWG "Frohe Zukunft" im vergangenen Jahr bewährt. "Der sich fortsetzende Anstieg des Leerstandes um 40 Wohnungen im vergangenen Jahr hat das Ergebnis stark belastet", machte Vorstand Peter Jelitte während der Mitgliederversammlung deutlich. Zum Jahreswechsel 2014 lag die Zahl der leerstehenden Wohnungen bei 233. Das entspricht einer Leerstandsquote von 16,6 Prozent. Davon abgezogen sind bereits die 90 Wohnungen, die in der Aderlaake und der Einsteinstraße abgerissen worden sind.

Dort erfolgte in der vergangenen Woche die förmliche Abnahme der Baumaßnahme. Diese ist damit für die GWG abgeschlossen und die Objekte jetzt mit Wiese belegt. Es sei durch den zunehmenden Leerstand für die GWG eine schwierige Situation entstanden, erklärte er. Investitionen zielten auf die nächsten 20 bis 30 Jahre hin. Doch zurzeit sei weder die wirtschaftliche Perspektive der Region absehbar, noch der Umstand, wieviele Menschen hier noch in den nächsten Jahren wohnen werden, so dass über längere Zeiträume nicht geplant werden könne.

Die Mitgliederzahl sei im vergangenen Jahr um 43 auf 1343 gesunken. Die konkreten wirtschaftlichen Zahlen per 31. Dezember 2013 darlegend, verwies Vorstand Peter Jelitte auf einen Jahresüberschuss von etwa 143 000 Euro. Die flüssigen Mittel liegen mit rund 2,88 Millionen auf Vorjahresniveau. Dort habe es einige Sondereinflüsse gegeben. "Wir mussten ein neues EDV-System anschaffen, weil unser altes System nicht mehr den gesetzlichen Erfordernissen entsprochen hat", so Jelitte. Roland Maiwald, Vorsitzender des Aufsichtsrates, sagte, dass der zunehmende Leerstand auch große Auswirkungen auf die Genossenschaft habe.

Sie gehe einher mit einer Zunahme des Durchschnittsalters der Mieter. "Notwendig ist eine Anpassung der Wohnraumstruktur an das steigende Alter der Gesellschaft." Notwendig seien daher Investitionen in den Bestand der Wohnungen, um die veränderten Bedürfnisse der Mieter erfüllen zu können. "Wir müssen uns im Vorstand sehr genau überlegen, wie jeder investierte Euro seine Wirkung entfaltet." Dabei sei man auf die Hinweise der Mitglieder angewiesen. "Die Kundenzufriedenheit muss an erster Stelle stehen." Mit jeder neu vermieteten Wohnung werde die Stabilität der Wohnungsgenossenschaft gestärkt.

Vorstand Angela Grube oblag ein Bericht über das laufende Geschäftsjahr. Sie informierte über den Stand des ehemaligen Amtsgerichtes in der Brandenburger Straße 97. Seit 2011 ist es GWG-Besitz. Seit Anfang 2014 ist an der Hochschule Magdeburg eine Arbeit ausgeschrieben, bei der Jungingenieure aus dem Bereich Bauwesen eine Konzeptfindung oder eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für dieses Objekt durchführen könnten. "Bislang hat leider kein Jungingenieur Interesse an diesem Objekt bekundet", musste Grube mitteilen. Die GWG bevorzuge eine soziale Nutzung als selbstbestimmte Wohngruppe oder betreutes Wohnen. "Alternativ gibt es die Idee, das Gebäude einer klassischen Wohnnutzung zuzuführen." Das sei kein Favorit, da in dem Gebäude ein hoher Eingriff in die Bausubstanz notwendig sei. Auch liefen Gespräche zur Nutzung als Büro, die bislang ergebnislos geblieben seien.

Grube versicherte den Genossenschaftsmitgliedern, dass auch in diesem Jahr alle notwendigen Instandsetzungen erfolgen werden, auch die Treppenhaussanierungen werden wieder vorgenommen. Balkonsanierungen seien hingegen nicht vorgesehen. Ein erfreulicherer Hinweis war der Termin zum Mieterfest. Es steht unter dem Motto "60 Jahre GWG" und wird am 9. August ab 12 Uhr stattfinden.