Das Rätsel um die Stadtwette ist gelöst. Gestern übergab der MDR dem Genthiner Bürgermeister Thomas Barz seine Aufgabe. Eine Wäscheleine aus Krawatten soll am Freitag geknüpft werden. Daher ab mit den Bindern ins Rathaus.

Genthin l Anders als es einige Besucher zu Beginn der Fernsehaufzeichnung mit Susi Brandt vermutet hatten, muss der Bürgermeister weder Tore schießen, noch tanzen. An die Krawatten geht es den Genthinern stattdessen. Es sollen so viele Binder zusammenkommen, dass daraus eine mindestens 200 Meter lange Leine geknüpft werden kann.

"Die Krawatten können bis Freitag 12 Uhr im Rathaus abgegeben werden", sagte der Bürgermeister. "Aber achten Sie darauf, dass die Schlipse mit Namen versehen sind, damit sie an ihren Besitzer zurückgegeben werden können. Sonst haben wir Berge und wissen nicht wohin damit", fügte er mit einem Schmunzeln hinzu. Sollten es die Genthiner schaffen, muss Brandt die Socken der Fußballer von Borussia Genthin mit der Hand waschen. Eine echte Strafe, wenn man der Moderatorin Glauben schenken darf: "Ich habe mir sagen lassen, die Spieler tragen die Socken dreimal hintereinander bevor sie gewechselt werden."

Die Wette wollen die Genthiner aber nicht nur deshalb gewinnen. Denn belohnt wird der Sieg mit 1000 Euro. "Wir wollen das Geld einer guten Sache zukommen lassen", kündigte Barz an. "Wir möchten alle Grundschulen und Kindergärten der Einheitsgemeinde in diesem Jahr ins Genthiner Amateurtheater zum Weihnachtsmärchen einladen", sagte der Bürgermeister unter dem Jubel der zahlreichen Kita- und Hortkinder, die die Wettübergabe begleitet hatten.

Im größten Wolkenbruch des Tages hatten sie für Stimmung gesorgt: "Auch im Regen sind wir fit und machen jede Wette mit", sangen die Kinder immer wieder. So angestachelt ließen sich auch die Erwachsenen nicht lumpen. "Ich bringe 15 Krawatten", sagte Chorchef Klaus Zelmanski und Besucherin Eleonore Linsmann fügte hinzu: " Ich habe sogar 30 Krawatten, die ich zur Verfügung stelle." Nun müssen der Ankündigung Taten folgen und die Krawatten abgegeben werden.

Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass am Freitag mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen ist. In der Ziegelei- und Wagnerstraße sowie Am Mu¨hlenfeld wird voru¨bergehend ein eingeschra¨nktes beziehungsweise ein absolutes Halteverbot eingerichtet. "Die Straßen werden als Rettungswege freigehalten", erläutert Thomas Barz. Rund 350 Parkplätze stehen in unmittelbarer Na¨he zum Veranstaltungsgela¨nde hinter dem Stadtkulturhaus zur Verfügung.

Daru¨ber hinaus ist ein Behindertenparkplatz unmittelbar am Festgela¨nde eingerichtet. Auch in der Geschwister-Scholl-Straße in der Na¨he der Freiwilligen Feuerwehr Genthin sind etwa 50 Stellpla¨tze vorhanden. Alle Parkpla¨tze sind gekennzeichnet und gebu¨hrenfrei.

Zudem stehen Parkpla¨tze am Bahnhof, in der Bebelstraße und am Geba¨ude der Kreisverwaltung in der Mu¨tzelstraße oder in der Innenstadt zur Verfu¨gung. "Wir bitten die Genthiner, die die Möglichkeit haben, zu Fuß zum Gelände zu kommen", sagt Barz. Denn Parkmöglichkeiten für ein Besucheraufkommen von mehreren Tausend Zuschauern können nicht ohne Weiteres aus dem Boden gestampft werden.

Die Stadt habe mit einem eigens für die Sommertour erstellten Sicherheitskonzept die Auflagen des MDR erfüllt. Feuerwehr, DLRG und Polizei stehen im Hintergrund bereit. Für die Sicherheit auf dem Gelände ist eine Firma aus Magdeburg zuständig. Einstellen müssen sich die Besucher deshalb auch auf Einlasskontrollen. "Taschen, Rucksäcke und Plastiktüten werden durchsucht", kündigt der Bürgermeister an.

Dabei gehe es darum, dass keine Waffen oder gefährlichen Gegenstände auf das Gelände mitgenommen werden. Aber auch mitgebrachte Getränke sind verboten. "Wir hoffen, dass viele Besucher den Weg zu uns finden werden, um mit uns zu feiern", sagt Thomas Barz. Heute Abend und in den kommenden beiden Tagen wird in der Sendung Sachsen-Anhalt heute ab 19 Uhr im MDR-Fernsehen über die Sommertour in Genthin berichtet. Der Beitrag über die Wettübergabe kann in der Mediathek auf der Internetseite des Senders angesehen werden.