Genthin l Jäger, Schönheitskönig, Beschützer und Familienhund: Wer sich Genthins Hunde anschaut, sieht eine bunte Mischung. Wie diese Vierbeiner leben, haben wir uns angeschaut.

Der Jäger

"Jagd ohne Hund ist Schund", so das Motto von Richard Friedrich. Sein Axel ist ein Irish Setter, ein Stöberhund, "sehr gut geeignet für die Jagd", erklärt Friedrich. Er ist Vorsitzender der Genthiner Jägerschaft. Unverzichtbar für einen guten Jagdhund: Gehorsam. "Sonst verscheucht er mir das Wild."

Das kann ihm mit Axel von den Elbwiesen, wie der vollständige Name des Irish Setters lautet, nicht passieren. Elf Jahre alt ist der Hund, den Richard Friedrich sich als Welpen ausgesucht hat.

Wenn Friedrich auf den Hochsitz klettert, wartet Axel unten. "Ganz flach macht er sich dann", erzählt sein Herrchen. "Wenn Axel hochgeht, ist das für mich ein Zeichen, dass Wild im Anmarsch ist." Dann raunt Friedrich ihm leise ein "runter" zu und der Hund macht sich wieder ganz klein, um das Wild nicht vorzuwarnen.

Damit das so reibungslos klappt, ist eine solide Ausbildung wichtig. Richard Friedrich hat seinem Hund alles selbst beigebracht. Zum Beispiel, dass Axel sofort reagiert, wenn er Herrchens Pfiff hört. Dann hebt der Jäger den linken Arm, für Axel das Zeichen, zu seinem Herrchen zurückzukehren.

Axels Aufgaben bei der Jagd sind Wild finden und Wild stellen. Wenn er nicht gerade eine Fährte aufnimmt oder unter dem Hochsitz liegt, macht er lange Spaziergänge. "Diese Rasse muss viel laufen, der Weg an der Fienerkante ist dafür ideal", verrät Friedrich.

Und auch ein Detail aus Axels Privatleben: Der Hund schläft draußen, nur wenn es zu kalt wird, zieht er ins Jagdzimmer.

Der Schönheitskönig

Draußen schlafen? Undenkbar für Pudel Timmy. Und doch hat er mehr mit dem Jagdhund gemein, als es auf den ersten Blick scheint: Besitzerin Anka Klatt klärt auf: "Pudel wurden früher zur Entenjagd mitgenommen, weil sie so gut schwimmen können. Ihre Aufgabe war es, die erschossenen Enten an Land zu bringen."

Damit muss sich Timmy freilich nicht plagen. Sein Tag beginnt mit einem Frühspaziergang. "Dann Fellpflege, Mittagsschlaf und noch eine Runde durch Genthin", sagt Anka Klatt. "Pro Tag sind wir etwa vier bis fünf Stunden mit ihm draußen." Draußen schlafen ist für Timmy aber keine Alternatvie. Er bettet sich in einem seiner Körbchen, auf seiner Klappcouch im Wohnzimmer oder in seinem Eckchen im Schlafgemach. "Gegen morgen kommt er immer zu uns ins Bett", erzählt Eckhard Klatt, der die Pudelbegeisterung seiner Frau teilt.

An dieser Pudelbegeisterung liegt es wohl auch, dass Timmy trotz seiner 14 Jahre noch topfit ist. In seiner Wohnung fühlt sich der Senior pudelwohl. Kein Wunder, neben seinen Körbchen findet sich hier für ihn auch ein eigener Kleiderschrank - Da Pudel nicht haaren, frieren sie schnell. Anka Klatt hat für Timmy darum etliche Pullover gestrickt. Außerdem gibt es im Flur einen Schrank mit Frisierutensilien - Timmy wird täglich gebürstet, aber nicht zu oft gebadet, das ist schlecht für das Fell. Und im Schlafzimmer findet sich ein Schrank mit Pokalen. "Wir haben uns Timmy zum Liebhaben gekauft", sagt Anka Klatt über ihren Apricot-Pudel. Die erste Schau, bei der er mitlief, war ein Geschenk zu Herrchens Geburtstag. Mit einem Sieg und einem großen Pokal hat Timmy das Geschenk perfekt gemacht. Viele weitere Pokale sollten folgen.

Der Beschützer

Bodo vom Merchweilerland ist bei Franziska Sobottka und Gordon Schulz in Hohenseeden zu Hause. Bodo ist der Sohn eines waschechten Weltmeisters. "Sein Vater hat dreimal den Titel geholt", erzählt Schulz.

Auch Bodo ist im Hunde- sport erfolgreich, trotzdem ist er sich nicht zu schade, Haus und Hof in Hohenseeden zu bewachen. Wenn sich hier etwas bewegt, ist der Schäferhund der erste, der das bellend kund tut. Oft zum Leidwesen von Franziska Sobottka, die vor vier Monaten zum zweiten Mal Mutter geworden ist. "Das Kind ist dann natürlich wach", sagt sie lachend. "Aber dafür überrascht uns hier niemand."

Der Familienhund

Überrascht waren Nancy Gellrich und Nataly Schulze, als Golden Retriever (übrigens des Genthiners liebste Rasse) Elo vor ein paar Tagen spurlos verschwunden schien. Der 14-jährige Hund ist bei Familie Schuldt in Mützel zu Hause, wo die beiden jungen Frauen ihrem Hobby, dem Reitsport, nachgehen. Elos Abwesenheit fiel ihnen sofort auf. "Wir sind gleich losgezogen und haben ihn gesucht. Am Graben, wo wir mit ihm immer spazieren gehen, im Wald, im Dorf. Von Elo keine Spur", erinnert sich Schulze.

"Nach einer schlaflosen Nacht habe ich im Zabakucker Tierheim angerufen", erzählt Nancy Gellrich. Viel Hoffnung hatte sie nicht. "Unwahrscheinlich, dass es unser alter Elo bis nach Zabakuck geschafft hat."

Umso größer die Freude über die frohe Kunde: Elo war tatsächlich im Tierheim. Ines Richart hatte ihn in der Genthiner Friedenstraße aufgegriffen und die Experten verständigt. "Toll, dass man sich in Zabakuck so gut um Elo gekümmert hat", sagt Nataly Schulze. Trotz seines hohen Alters ist der Hund aber mit einem großen Satz ins Auto gesprungen, um nach Mützel zurückzufahren.

 

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