Burg l Von Mittwoch bis Sonntag vergangener Woche hatte das Pionierhaus Besuch aus den USA: Das Ehepaar Dominic und Janell Custodio waren bereits zum vierten Mal als Gäste in Burg. Dieses Jahr kamen sie in Begleitung der drei College-Studentinnen Cassidy Wieda (19, Musik), Hannah Klassen (19, Geschichte) und Molly Bruening (20, Finanzen).

Alle fünf kommen aus St. Louis in Missouri und sind Mitglieder der Calvary Church. Diese arbeitet schon seit Jahren eng mit dem Pionierhaus zusammen. "Wir wollen auch den Kindern in Burg den christlichen Glauben näher bringen", erklärt Dominic Custodio. Jeweils einen Unterrichtstag verbrachten die Amerikaner am Burger Rolandgymnasium und an der Sekundarschule Diesterweg. Am Nachmittag besichtigten sie die Burger Türme. Der Aufstieg zum 27 Meter hohen Bismarckturm war beschwerlich. Aber immerhin kämpfte sich zum richtigen Zeitpunkt die Sonne durch die Wolkendecke und gewährte eine tolle Aussicht auf die Stadt mit ihren Kirchen und Türmen. Gut gelaunt posierte die Gruppe für ein Foto. "Es ist immer wieder schön, hier zu sein", schwärmte Janell Custodio. Auch ihren jungen Begleiterinnen hat es hier gefallen. "Ich will unbedingt noch mehr von Deutschland sehen", sagte Cassidy Wieda. "Berlin und Hamburg stehen noch auf meiner Liste!" Am Abend gab es ein amerikanisches Unterhaltungsprogramm für die Burger Jugendlichen und danach selbstgemachte Döner. Denn: "Döner gibt es in den USA eigentlich nicht und wir wollten das unbedingt mal probieren", erzählte Molly Bruening.

Am Sonnabendabend fand dann der letzte "Stützpunkt 102" dieses Schuljahres mit singen, essen, spielen und basteln im amerikanischen Stil statt. Vom deutschen WM-Fieber ließen sich die amerikanischen Gäste aber nicht anstecken. Besonders lustig fanden die fünf die Bezeichnung Public Viewing. "Ich hörte eine Gruppe Jugendliche fröhlich darüber reden und wunderte mich. Erst später habe ich erfahren, was der Begriff hier bedeutet", erzählt Janell Custodio lachend. Zur Erklärung: Unter dem Begriff Public Viewing verstehen die meisten Amerikaner die Aufbewahrung von Leichen in einem offenen Sarg.