Sportlich sind die Grundschüler aus Schlagenthin. Die moderne Schatzsuche ist dennoch eine kleine Herausforderung. Nicht zuletzt wegen der Rätsel, die für die Koordinaten zu lösen sind.

Schlagenthin l Wenn A=1 und W=23, welche Zahl ist dann M? Multipliziere mit drei und ziehe zehn wieder ab.

So und ähnlich lauten die Rätsel, die es zu lösen gilt, um die fehlende Koordinate für die Schatzsuche mit GPS-Daten auszurechnen. Keine ganz leichte Aufgabe für die Viertklässler.

"Irgendwie habe ich mir die Bedienung einfacher vorgestellt."

Beim ihrem Ausflug in Wald und Feld bei Schlagenthin begleitet sie ein professionelles Team vom Medientreff Zone in Magdeburg. Sie haben auch die sogenannten "Caches" in der Umgebung versteckt, nach denen gesucht wird.

"Irgendwie habe ich mir die Bedienung des Gerätes einfacher vorgestellt", gibt Justin Liebermann-Zoehe zu. Mit ein bisschen Unterstützung seiner Teamkollegen klappt es. Knapp vier Kilometer geht es durchs Schlagenthiner Grün. "Die Jungs sind sehr sportlich", erzählt Lehrerin Gabriele Tusch. Fußball und Angeln sind nur zwei der vielen Hobbies. Sechs kleine Schätze warten auf ihren Finder. Anfangs tut sich die Jungsgruppe schwer, die kleinen Filmdosen mit der nächsten Aufgabe zu entdecken. "Ein Tipp von mir, die Dose ist magnetisch", so Begleiter Corvin Roelofsen. Ein Blick und Paul Merten entdeckt den Cache, der an einem Metalltor befestigt ist. "Hab ihn", ruft er. Die Jungs stürzen sich darauf, um zu sehen, wie das nächste Rätsel lautet. Zweite Station: Baum auf einem Feld. Die Jungs schauen aufs Navi, sind aber schon zu nah dran. "Ab zehn, 15 Metern Umkreis heißt es selber suchen", so der 19-jährige Roelofsen. So genau sind die Geräte nicht.

Halbzeit nach drei Erfolgserlebnissen. Zwei der insgesamt drei Teams begegnen sich im Wald. Nun laufen sie auf der jeweils anderen Strecke zurück.

"Die Schüler kennen das GPS-System meist nur vom Navi im Auto", so Tobias Horn vom Medientreff Zone. Sie seien aber der elektronischen Schnitzeljagd gegenüber sehr aufgeschlossen. Grundschülerin Samantha Matthäus lässt sich auf "Pfirsich" von dem 39-Jährigen erklären, wie man die Koordinaten eingibt. "Pfirsich", so heißt das GPS-Gerät, eine Art elektronischer Kompass.

Vivian Schütze hat einen der begehrten Funde gemacht: "Es war schwierig, denn die Filmdose war in einem Baumstamm versteckt." Etwas enttäuscht ist Pia Masood. "Ich will auch mal was finden." Der etwas andere Schultag gefällt ihr trotzdem. "Es ist lustig."

Was die Schüler erst nach dem Naturausflug erfahren: Der größte Schatz wartete bereits, bevor sie sich auf den Weg gemacht hatten. Im Klassenraum steht eine riesige Schatztruhe, aus der sich die Schüler anschließend belohnen dürfen.

Nicht mal die Muggel haben das Versteck gefunden. Muggel, das sind die `anderen` Menschen, die von den Caches nichts wissen. "So soll es auch bleiben", so Roelofsen. Deshalb beim Cachen immer Ausschau halten.

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