Drewitz l Die Straße ist fast menschenleer. Kaum etwas weist am Vormittag auf die Explosion in der Nacht hin. Lediglich ein paar Leute und zwei Polizisten halten sich vor der Filiale der Brandenburger Bank auf. Auch ein Fernsehteam des MDR. "Fotos aus dem Inneren der Bank dürfen nicht gemacht werden. Die Bank möchte das nicht", sagt ein Polizist am Eingang. Äußerlich ist dem Gebäude nichts von der Sprengung des Geldautomaten anzusehen.

Die Bankfiliale sollte am Montag den letzten Tag geöffnet sein. Wegen Unwirtschaftlichkeit war die Schließung schon vor einiger Zeit den Kunden mitgeteilt worden. Die Bankräuber haben sich da wahrscheinlich gedacht, dass sich ein Einbruch lohnen müsste. Am letzten Öffnungstag holen wahrscheinlich viele noch mal Geld ab und am letzten Tag des Monats wird ja auch die Rente überwiesen. Die Beute von mehreren 10.000 Euro hat die Diebe dann ja auch bestätigt.

Ortsbürgermeisterin Conny Vietmeyer zeigte sich bestürzt. Einen Alarmton hat sie nicht gehört. Sie war völlig ahnungslos, als sie gestern früh ihr Haus verließ. "Es ist schlimm für die, die heute noch mal Geld abholen wollten. Da werden wieder die bestraft, die mit der Schließung schon genug Schwierigkeiten haben", so die Ortsbürgermeisterin.

Noch am Donnerstag vergangener Woche wurde in einem Gespräch zwischen Bankdirektor Frank Robby Wallis, Vorstandsmitglied Jens-Uwe Oppenborn und Regionalleiterin Bernadette Hecht sowie Ortsbürgermeisterin, Ortschaftsrat und Möckerns Bürgermeister Frank von Holly festgestellt, dass es seit Bestehen der Bankfiliale noch keine Übergriffe gegeben habe. Und die Bankfiliale gibt es schon seit den 60er Jahren.

Früher war es eine kleine Zweigstelle der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft (BHG). Sie wurde später als Teil zur Bank in Ziesar zugeordnet. Der Geldautomat wurde 1995 installiert. Das Gebäude selbst war früher mal eine Garage mit einer Unterstellmöglichkeit für drei Lkw, die ausgebaut wurde.

Gegen die Schließung wurden im Ort rund 220 Unterschriften gesammelt. Bankdirektor Frank Robby Wallis hatte die Schließung mit der Unwirtschaftlichkeit begründet. Man habe lange gerechnet und musste dabei feststellen, dass es eine rückläufige Nutzung der Filiale gibt. "Rund 300 Kunden aus Drewitz und im Umkreis von rund zehn Kilometern nutzen die Filiale", hatte Wallis erklärt und versichert, dass die Betreuung der Kunden wie bisher auch schon in Ziesar erfolge. Kontoauszüge können auch per Post zugeschickt werden.

Zunächst einmal aber müssen sich die Kunden ihr Geld woanders holen.