Roßdorf l Wenn im Juni das Brühtrogpaddeln am Altkanal in Roßdorf steigt, scheint der ganze Ort auf den Beinen zu sein. Der ganze Ort, zahlreiche Gäste aus der Region und darüber hinaus.

Dabei kommen die Menschen nicht nur zusammen, um bei den Wettbewerben dabei zu sein. Mit immer mehr Routine hat das Organisationsteam in den vergangenen Jahren ein umfangreiches Programm rund um den Paddelsonntag ausgebaut, das Familien und Partygänger gleichermaßen anlockt. "Wir haben eine funktionierende Dorfgemeinschaft, die uns eine solche Veranstaltung möglich macht", sagt Ortsbürgermeister Rudolf Drescher. Alle Generationen trügen zum Gelingen bei. Das findet auch Janett Kliemann von Organisationsteam des Brühtrogpaddelns: "Aufgrund dieses Zusammenhalts schaffen wir es jedes Jahr aufs Neue, die Besucher und die Teilnehmer zu begeistern, dadurch haben wir einen sehr guten Ruf in der Region."

Aber nicht nur das Paddeln auf dem Altkanal macht den Ort aus. Besonders der Heimatverein engagiert sich für die jahreszeitliche Dekoration. "Im Frühjahr ist es für uns Tradition, die Figuren der Hasenschule an Ortsdurchfahrt aufzubauen", erläutert Cordula Bog vom Heimatverein. Liebevoll pflegt der Verein Blumenrabatten. Eine Tradition ist auch der Glühweinabend an der Alten Schmiede. Immer wieder steht auch die Roßdorfer Kirche im Mittelpunkt von Veranstaltungen. Sie ist romanischen Ursprunges und wurde um 1200 unter dem Einfluss der Klosterkirche Jerichow erbaut.

Über dem Turm, der vermutlich im Mittelalter nicht vollendet wurde, errichtete man um 1715 einen barocken Fachwerkturm mit geschweifter Haube und offener Laterne. Parallel wurde der Innenraum neu gestaltet.

2001 wurden am Kirchturm Baumaßnahmen durchgeführt, um das Mauerwerk zu erhalten. Für die Glocken wurde ein elektrisches Läutwerk eingebaut und 2003 neue Schallluken angebracht. Die Kirche ist der Mittelpunkt der Ortschaft und neben Gottesdiensten finden auch regelmäßig Konzerte statt. Zuletzt erst am gestrigen Abend mit einem Orgelkonzert und einer Orgelführung.

Dass solche Veranstaltungen von vielen Ortsbewohnern besucht werden, zeige die große Wertschätzung, die die Roßdorfer ihrer Kirche entgegenbringen, heißt es aus dem evangelischen Pfarramt.

Bis zum 31. Dezember 2009 war Roßdorf eine selbständige Gemeinde mit dem zugehörigen Ortsteil Dunkelforth. Am 1. Januar 2010 wurde Roßdorf in die Stadt Jerichow eingemeindet. Das sei mittlerweile ein gutes Zusammenspiel, sagt Ortsbürgermeister Rudolf Drescher. Attraktiv sei der Ort durch seine Menschen und seine Vereine. "Wir sind stolz, dass wir stetig auch Zuzüge vermelden können."

 

Bilder