Genthin (spö) l Eine große Runde vereinte am Sonntag die Geburtstagsfeier von Horst Horn, der im Garten seiner ältesten Tochter Marlies Thiele seinen 90. Geburtstag feierte. Für Horst Horn und seine Frau Gertrud, beide verleben im Haus der Generationen ihren Lebensabend, strahlte an diesem Tag sogar die Sonne unentwegt, als ob auch sie gratulieren wollte. Aus Steutz ist das Ehepaar nach Genthin gezogen, um die Fürsorge ihrer ältesten Tochter zu genießen. "Unsere Eltern haben uns immer unterstützt, deswegen ist es für uns eine Verpflichtung, uns um sie zu kümmern", sagte Marlies Thiele im Namen ihrer vier Geschwister.

Horst Horn blickt in Zufriedenheit auf ein langes, arbeitsreiches Leben zurück, in dessen Mittelpunkt stets das Wohl seiner Familie stand.

Aus seiner Vita kann der alte Herr noch viel erzählen. Viele Erinnerungen sind geblieben. 1924 in Hedersleben/Elbe als ältestes von sieben Kindern geboren, erlernte er den Beruf eines Huf- und Wagenschmieds, zog dann 1939 zu seinen Eltern nach Steutz. Der Krieg führte ihn als jungen Mann nach Dänemark, Belgien, Kroatien, Italien und schließlich in französische Kriegsgefangenschaft, von der er 1948 zurückkehrte. In Steutz baute er für die Familie ein Haus, in dem fünf Kinder heranwuchsen. Ein Garten, am Haus gelegen, wurde bewirtschaftet, um die Familie zu versorgen. Dem Hydrierwerk in Rodleben hielt Horst Horn ein Leben lang beruflich die Treue. 1986 verabschiedete er sich als Kesselschmied in der Hebezeugwerkstatt, zuständig auch für die Lehrausbildung, aus seinem Berufsleben.

Egal ob berufstätig oder im Ruhestand - die gute Seele der Familie ist Horst Horn immer geblieben. "Mein Vater kann handwerklich einfach alles. Egal ob Schlüsselbund, Gartenbank oder Teppichstange, egal ob er mauern oder malern musste. Er hat nie gefragt, sondern hat die Arbeit angepackt", beschreibt Tocher Marlies ihren Vater, zu dessen Familie auch zwölf Enkelkinder und zehn Urenkel gehören.

"Ich freue mich, dass ich mit meinen 90 Jahren noch so vieles allein machen kann", sagte der Senior auf seiner Geburtstagsfeier. Gern liest er die Volksstimme, aber auch den "Straßenverkehr" und die Apothekenzeitung.