Freudiger Schlusspunkt unter einer zehnjährigen Schulzeit: Am Freitagabend erhielten die Brettiner Sekundarschüler ihre Zeugnisse. Sieben Schüler erreichten den Erweiterten Schulabschluss, 27 junge Leute starten mit einem Realschulabschluss in ihr Berufsleben. Zum Abschied gab es Wünsche und manch wohlgemeinten Ratschlag.

Genthin/Brettin l Als die scheidenden Zehntklässler das letzte Mal vor zwei Jahren bei ihrer Jugendweihe die Bühne des Stadtkulturhauses betreten haben, wurde ihnen die Tür zum Erwaschsensein aufgestoßen. Mit dem Abschluss ihrer Schulzeit, ein Zeugnis über einen Sekundarschulabschluss bzw. über einen Erweiterten Schulabschluss in der Tasche, sind sie nun mittendrin. "Nach der Schule beginnt das wirkliche Leben", versuchte auch Schulleiter Egbert Siegert dies den Schülern in seiner Festansprache klarzumachen. Übrigens alles andere als oberlehrerhaft. Das kam an. "Die Rede war okay, sie hat mir gefallen", sagte Martin Lucht aus Redekin, der noch stolz sein Zeugnis in der Hand hielt. Dem pflichteten auch Elena Gellrich aus Zabakuck und Vanessa Simonan aus Redekin bei, als an der Garderobe nach Ende des offiziellen Teils untereinander Erinnerungsgeschenke ausgetauscht wurden.

Siegert schöpfte auch diesmal in der Gestaltung seiner Festansprache aus der Nähe zu seinen Schülern: "Wenn man sich mit euch unterhalten hat, dann habe ich in den letzten Wochen den Eindruck gewonnen: Ihr wisst schon ganz gut, was ihr nicht wollt, aber wisst auch ebenso genau, was ihr überhaupt wollt", sagte er. Der Schulleiter reflektierte die Schulzeit und stellte heraus, dass nun für die Schüler etwas Neues, Ungewisses beginne.

Die 10. Klasse sei kein Probelauf gewesen - alles was war, was heute passiert und morgen passieren wird, sei einmalig und komme nicht wieder vor, gab Siegert den Schülern mit auf den Weg.

An die in festlichen Roben gekleidenten Absolventen gerichtet sagte er: "Alle, die durch Mittelmaß glänzten und ihre fleißigen Mitschüler als Streber betitelten, werden sich später vielleicht an unsere Worte zum heutigen Tag erinnern. Ihr seid alle mit den gleichen Voraussetzungen geboren. Aber nur wenn der Kopf für Erkenntnisse offen und frei ist, kann man klar Gedanken fassen."

Schulleiter Egbert Siegert ging in seiner Rede der Frage nach, was den jungen Leuten nach der Schulzeit an der Brettiner Sekundarschule bliebe. Als Antwort führte er das Wissen oder das Verständnis an, wie man Probleme, auch völlig neuartige, unbekannte - angehen und lösen kann. Er hoffe aber auch, sagte Siegert, dass den scheidenden Schülern Wissen für den zwischenmenschlichen Bereich mitgegeben werden konnte.

"So solltet ihr wissen, wie man mit Vorgesetzten und Kollegen umgeht, wie man sich in ein Team einfügt, wie man Konzessionen macht, ohne Rückgrat zu verlieren, aber auch wie man seine Vorstellungen durchsetzt, ohne viel Porzellan zu zerschlagen. Dieses zu beachten, kann im späteren Leben wesentliche Erleichterungen bringen", merkte der Schulleiter mit heiterem Unterton an.

Mit der Rede des Schulleiters waren auch Dankesworte an die beiden Klassenleiterinnen Frau Antes und Frau Engler sowie an die Elternvertreter Martina Gesch und Ortwin Selchow verbunden. Vanessa Wenslau und Ulrike Gesch traten im Namen der scheidenden Schülerschaft an das Rednerpult und vergaßen dabei auch nicht die Schulsekretärin und den Hausmeister in ihren Dankesworten zu erwähnen. Die musikalische Gestaltung übernahm Elias Schulze am Klavier, der Klassik zu Gehör brachte.

   

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