Die Freiwillige Feuerwehr Kade wird 80 Jahre und hat einen neuen Wehrleiter. Sven Koch übernimmt das Amt von Roger Wenslau, der freiwillig zurück tritt.

Kade l Seine Ausrüstung ist die erste in der Reihe an der Wand im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Kade. Der Helm, die Jacke und die Hose werden weiterhin dort hängen. Doch das Wehrleiteramt gibt Roger Wenslau nun ab. Wenn der 49-Jährige über sein Amt als Wehrleiter spricht, sind es die Arbeit und die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr, die er hervorhebt. Nun gibt er die Leitung "seiner Kameraden" ab. Er bezeichnet es als Notwendigkeit.

"Die Aufgaben der Feuerwehr werden immer zeitintensiver. Das ist mit meinen Arbeitszeiten nicht mehr zu vereinbaren", sagt der 49-Jährige. Es gehört soviel mehr zu einem Feuerwehrmann als nur das Löschen von Bränden. Mit dem Ordnungsamt müssen Termine abgestimmt werden, viel Organisatorisches gehört zur Wehrleitung. Seit 2002 leitet er die 20 aktiven Feurwehrleute, plant die Ausbildungen, die Übungen mit Atemschutzgeräten, kontrolliert das Material und die Fahrzeuge. Er ist "verantwortlich für den reibungslosen Ablauf der Feuerwehr", erklärt er. Bei einem Waldbrand zum Beispiel endet der Einsatz nicht mit dem Löschen des Feuers. "Der Staub geht in die kleinsten Ecken unserer Technik", weiß Roger Wenslau.

Als Fernkraftfahrer schafft er all die Termine nicht mehr zusammen. Pragmatisch ist sein Entschluss, die Leitung abzugeben: "Wir haben uns gemeinsam entschieden, das Amt auslaufen zu lassen". Er wird energisch, wenn es um seine Zukunft bei der Feuerwehr geht. "Nein, auf keinen Fall!", antwortet er. Sein Rücktritt ist nicht gleichbedeutend mit dem Austritt aus der Feuerwehr.

Die Pflichten und Aufgaben eines Feuerwehrmanns will er nicht ablegen. "Freiwillig ist nur der Eintritt und Austritt", betont er.

Roger Wenslau streicht sich über den Schnauzbart und überlegt. Seit 1973 ist er Mitglied der Kader Wehr. "Seit dem zehnten Lebensjahr bin ich aktiv."

Eine Leidenschaft, die zur Familie gehört. Die Frauen sind automatisch in die ganze Vereinsarbeit eingebunden, erzählt der alte Wehrleiter. Und der neue nickt.

Roger Wenslaus Töchter waren bis zum Beginn ihrer Ausbildung aktiv bei der Wehr. Im Gerätehaus der Feuerwehr hing bis vor kurzem noch die Ausrüstung und der Helm seiner Tochter Tina. Ihr Namensschild klebt dort noch.

Der dreizehnjährige Sohn von Sven Koch ist ebenfalls Mitglied. Da bin ich stolz drauf", sagt Sven Koch, der als Stellvertreter schon viele Aufgaben übernommen hat. Er ist Berufsfeuerwehrmann und "der bestausgebildete Feuerwehrmann, den wir haben", sagt Roger Wenslau.

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