Geschafft. 39 Schüler der beiden zehnten Klassen der Sekundarschule Am Baumschulenweg wurden während einer Feierstunde aus der Schule entlassen. Schulleiterin Monika Reinhold konnte allen jungen Leuten ein Abschlusszeugnis überreichen. Zwölfmal sogar mit dem erweiterten Sekundarabschluss

Genthin l Ein letztes Mal waren die Zehntklässler in ihrer Schule so richtig aufgeregt. Nervös warteten sie am Freitag auf ihren ersten großen Auftritt. Als dann die ersten Töne des Titels "Conquest of Paradise" zu hören waren, begann der feierliche Einzug der jungen Leute in die Schulaula. Ganz vorn nahmen sie im Zuschauerraum Platz und konnten von dort hautnah verfolgen, was ihre Mitschüler zum Abschied für sie vorbereitet hatten. Es war ein Programm mit Tanz, Gesang und Rezitationen.

"Der alte Schulhof ist das Schönste, was es für mich gibt, da war ich zum ersten Mal verliebt", sangen die Schüler der 5. bis 7. Klassen und riefen nicht nur bei den Zehntklässlern, sondern auch bei manchen der zahlreich anwesenden Eltern und Lehrern Erinnerungen an die Schulzeit wach. "Eines Tages, Baby, werden wir alt sein. Also - los, schreiben wir Geschichten, die wir später gern erzähl´n", forderten andere Mitschüler die Zehntklässler mit einem Gedicht der Poetry-Slamerin Julia Engelmann auf.

Die Aufforderung, etwas aus dem Leben zu machen, zog sich durch die Veranstaltung. Schulleiterin Monika Reinhold fasste es so zusammen: "Jeder muss sein Fortkommen in die eigene Hand nehmen und lernen, für sich selbst verantwortlich zu sein." Dabei sollen die jungen Menschen von den Werten zehren, die sie in der Schule und im Elternhaus mit auf den Weg bekommen haben.

"Ich denke auch, dass jeder von euch Werte wie Freiheit und Toleranz für sich als auch für andere als erstrebenswert ansehen sollte." Eigenständig hätten sich die Schüler an Projekten und Aktivitäten beteiligt. Einige seien beim Businessplanwettbewerb erfolgreich gewesen, andere hätten geholfen, das Volleyballfeld auf dem Schulhof wieder herzurichten.

Immer begleitet von den Klassenleitern Frau Klein und Herr Rücknagel. "Sie haben euch durch manchen Sturm begleitet und in den sicheren Hafen eines Abschlusses geführt. Sie haben euch den Blick dafür geschärft, was wichtig sein könnte im Leben."

Als hilfsbereit, freundlich aber auch kritikfähig habe sie ihre Schüler kennengelernt. Eine gute Grundlage sei das fürs Leben. Die erste Bewährungsprobe hätten die Schulabgänger bestanden. "Jeder bekommt ein Abschlusszeugnis." Zwölfmal wurde sogar der erweiterte Realschulabschluss vergeben. In den mündlichen Prüfungen konnten die Meisten ihre Noten nochmals verbessern.

"Dieses Zeugnis ist auf eine gewisse Art und Weise ein Schlüssel für die Tür ins Leben, deren Schwelle nun jeder von euch überschreiten wird", machte die Schulleiterin deutlich. Sie wünschte ihren nunmehr ehemaligen Schülern viel Glück auf dem Weg in das Leben und überreichte jedem mit einigen persönlichen Worten das Abschlusszeugnis.

Die Dankesworte sprachen die Schülerinnen Stefanie Marx und Florentina Rollik. "Die Lehrer haben es geschafft, das aus du, ich und ihr ein wir geworden ist", sagten sie und bedankten sich beim Lehrerkollegium, der Schulsekretärin und besonders bei Kunstlehrerin Christine Wille, die die Schule ebenfalls verlassen wird.

Am Ende versammelten sich die beiden zehnten Klassen auf der Bühne und sangen als großer Chor "Dieser Weg wird kein leichter sein." Dennoch werden ihn die jungen Leute mutig beschreiten.

   

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