Bestens besucht war die Sommernachtsmusik des Fördervereins für die Schlagenthiner Kirche am Sonnabend. Während einer Andacht wurde den Förderern der Sanierung der Engeldecke gedankt. Aus diesem Anlass gibt es jetzt eine Tafel mit den Namen der Unterstützer.

Schlagenthin l "Vor einem Jahr hätten wir nicht gedacht, dass wir heute eine so schöne Kirche haben", sagte Pfarrer Johannes Möcker. Er verwies in seinen Worten auf das Buch Mose, in dem Jakob sagt: "Wie heilig ist diese Stätte und hier ist die Pforte des Himmels." Worte, die sich auch an der Decke der Kirche wiederfinden. "Gott begegnet uns nie selbst, sondern oft dort, wo uns Engel begegnen."

In der Schlagenthiner Kirche begegnen dem Besucher gleich 58 - an der Decke und im Kirchenraum. "Überall dort begegnen uns Engel im Alltag, wo mitfühlende Menschen uns Hilfe anbieten, uns zur Seite stehen", machte der Pfarrer deutlich. Viele Helfer hatten sich als Geldspender an den Kosten der Restaurierung der Kirchendecke beteiligt. "Wir haben alle Patenschaften für die Engel vergeben können", erklärte der Vorsitzende des Fördervereins, Rüdiger Schnapp. Damit wurde der Eigenanteil von 11200 Euro für die Sanierungskosten zusammengetragen. Bis zum Frühjahr hatte eine Restauratorin die historischen Malereien wiederhergestellt.

Viele Besucher warfen manchen Blick an die sanierte Decke und scharrten sich um eine von Fördevereinsmitglied Monika Pilz und Rüdiger Schnapp enthüllte Tafel, auf der alle Namen der Spender aufgeführt sind. "Guck mal, da ist unser Engel", riefen Emelie und Isabell, als sie den Engel ihrer Großeltern Marina und Frank Höhne auf der Tafel entdeckten.

"Ich finden das toll, das da euer Name steht", meinte die achtjährige Emelie. Ihre Großmutter ergänzte: "Man muss die Restauratorin loben, die Engel sind sehr schön geworden." Auch Ortsbürgermeister Horst Blasius hatte die Patenschaft für einen Engel übernommen und meinte: "In einem kleinen Rahmen habe ich den zu Hause auf dem Tisch stehen." So begleiten die Kirchenengel ihre Paten auch im Alltag, denn jeder Förderer hat ein solches Bild bekommen. "Wir hatten auch Unterstützer aus Genthin und Brandenburg", konnte Rüdiger Schnapp stolz verkünden.

Der Förderverein wird auch in Zukunft nicht untätig sein. "Wir haben als Nächstes vor, den Altarbereich zu sanieren und werden diese Maßnahme vorbereiten." Allerdings seien zunächst die anderen Kirchen im Kirchspiel wie Roßdorf, Kleinwusterwitz oder Altenklitsche an der Reihe, bevor in Schlagenthin Fördermittel für die weitere Restaurierung freigegeben werden. Am Wochenende wurde aber zunächst der bisherige Erfolg gefeiert. "Als ich die Kirche vor acht Jahren zum ersten Mal betreten habe, war sie nicht sehr einladend, jetzt ist es schon ein richtiges Schmuckstück", meinte Pfarrer Möcker und sprach damit vielen Besuchern aus der Seele.

Sie wurden von der Musik des Bläserchores des Kirchspiels Stremme feierlich auf den Abend eingestimmt und später bestens von den Bands Electronic Dreams und SMH unterhalten. Im Kirchgarten kam nach kurzer Zeit gemütliche Biergartenatmosphäre auf. Bei guter Musik und selbst gemachter Früchtebowle wurde gelacht und geplaudert. "Ein voller Erfolg", so Rüdiger Schnapp.

Auch dank der Mithilfe der Fördervereinsmitglieder und deren Ehepartnern. Besonders bedankte er sich bei den Familien Deutschmann, Lindemann und Preuß, die geholfen hätten, das alte Gebäude vor dem Gotteshaus abzureißen. Jetzt kann die Schlagenthiner Kirche wieder von der Straße aus gesehen werden und liegt nicht mehr versteckt hinter den Gebäuden. Ein Blick, der viele Jahrzehnte nicht möglich gewesen ist.

   

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