Auch wenn die Schwimmhalle ab Montag in die Sommerferien geht, werben DLRG und Schwimmhallenmitarbeiter bei Eltern, ihre Sprößlinge für Seepferdchen-Kurse anzumelden. Fünf- und Sechsjährige sollten allerdings schon früher Bekanntschaft mit dem nassen Element schließen.

Genthin l Quietschvergnügt planschen die Steppkes der Genthiner DRK-Horte am Freitagvormittag im hellblau schimmernden Wasser der Schwimmhalle. Elko Bernau, der hier mit den Franziska Stollberg, Caroline Lange und Annet Wiese die Aufsicht hat, kann froh darüber sein, dass alle Kinder einen Schwimmkurs absolviert haben und einige sogar in Besitz einer Schwimmstufe sind.

Damit sind die Kinder dicke da, denn deutschlandweit ist die Zahl der Kinder, die nicht schwimmen können, seit Jahren unvermindert steigend. Laut der DLRG-Deutschland sind knapp 35 Prozent der Kinder und Jugendlichen und rund ein Viertel der Erwachsenen Nichtschwimmer und schlechte Schwimmer. Wenn eine solche Person ins Wasser fällt, hat sie kaum eine Möglichkeit, sich selbst durch Schwimmen zu retten.

"Zum Glück", weiß Elko Bernau zu erklären, "verfügen wir im Landkreis über zwei Schwimmhallen, eine in Burg und eine in Genthin, sodass diese Seepferdchen-Kurse kontinuierlich sowohl durch die DLRG als auch durch die Schwimmhalle angeboten werden können. Dazu arbeiten in Genthin die DLRG und die städtischen Mitarbeiter der Schwimmhalle sehr gut zusammen." Etwa Dreiviertel der Teilnehmer schafften einen solchen Kurs. Ab September stehen noch einige freie Plätze in solchen Kursen zur Verfügung, die nicht unbelegt bleiben sollten. Auch wenn gegenwärtig das Baden am Kiessee bevorzugt wird, rät Elko Bernau den Eltern, ihre Kinder zunächst an das Wasser zu gewöhnen. "Das ist sehr wichtig." Ansonsten gelte: Einfach herkommen, sich informieren und die Kinder anmelden, rät Bernau.

Apropos Eltern. Dass auch sie nicht immer in ihrem Handeln von Vernunft geleitet sind, mussten gerade die DLRG-Retter wie Elko Bernau in dieser Woche am Zabakucker See feststellen. Einen solchen Vorfall wie in den vergangenen Tagen, sagt Bernau, habe er bisher in Zabakuck nicht erlebt. Ein Vater war mit seinem Kind bis zur Plattform hinausgeschwommen und wurde daraufhin von zwei Rettungsschwimmerinnen aufgefordert, diesen Bereich mit seinem Kind zu verlassen.

Das sei, so Bernau, absolut korrekt gewesen. Der Vater zeigte sich allerdings uneinsichtig und beschimpfte die Lebensretterinnen übel. "Von solcher Plattform werde viel gesprungen, dies sei eine große Verletzungsgefahr für kleinere Kinder. Bei einem Unfall könne der Vater seinem Kind nicht helfen, weil er sich in einem Ausnahmezustand befinde. Bernau bezieht sich damit auf ähnliche Vorfälle an der Ostsee, wo Rettungsschwimmer verbalen Attacken ausgesetzt waren, weil sie ein Badeverbot ausgesprochen haben: "Wir opfern für den Einsatz an Badeseen fast unsere gesamte Freizeit und unseren Urlaub, dafür lassen wir uns nicht beschimpfen. Zum Glück aber bleibt das immer noch eine Ausnahme", sagt er.

Termine für neue Kurse

Die Termine für Schwimmkurse in der neuen Saison, die durch Mitarbeiter der Schwimmhalle durchgeführt werden, sind montags in der Zeit von 14.15 bis 15.45 Uhr und samstags und sonntags von 7.45 bis 9.15 Uhr. Die Kurse der DLRG in der Schwimmhalle finden jeweils sonnabends und sonntags in der Zeit von 9.15 Uhr bis 10.15 Uhr statt. Rückfragen unter der Telefon-Nummer: 03933/741.

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