Burg l Etwa 60 Mitarbeiter aus dem Gebäude- und Liegenschaftsmanagement, der Rettungsleitstelle, dem Sachgebiet Brand- und Katastrophenschutz, der Allgemeinen Datenverarbeitung, der Poststelle und der Telefonzentrale werden voraussichtlich Ende August in das neue Verwaltungsgebäude in der Burger Bahnhofsstraße umziehen. Statt der geplanten 3,4 Millionen Euro wird das Gebäude 3,1 Millionen Euro kosten. Das teilte der ehemalige Landrat Lothar Finzelberg (parteilos) bei seinem letzten Kreistag den Kreistagsmitgliedern mit.

Die Zahlen bestätigte gestern der neue Landrat Steffen Burchhardt (SPD) . Redebedarf gibt es noch bei Technik und Ausstattung der Leistelle. Hier wurde noch kein Vertrag geschlossen. "Da sind Antennen mit im Spiel, viel Spezialmaterial. Das ist nochmal ein großes Paket, aber welche konkrete Summe da noch dazu kommt, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen", sagte Burchhardt. Dennoch sei er optimistisch, dass der anvisierte Termin für Ende August gehalten werden kann. "Bisher wurde mir nichts Gegenteiliges gesagt. Wir liegen also im Zeitplan", so der Landrat.

Barrierefreiheit ist einer der Vorteile des Neubaus

Der zügige Baufortschritt war bereits Ende Januar beim Richtfest zu erkennen. Das Wetter hatte bis zum Weihnachtsfest sehr gut mitgespielt, so dass Nico Kolodzig, der mit seinem Team den Rohbau hochgezogen hat, mit dem doppelten Personal arbeiten konnte. Zeitdruck für die Arbeiten insgesamt kam von der Landesregierung. Denn ab September muss die Leitstelle dann im Digitalfunkbetrieb arbeiten. "Dieses Ziel werden wir erreichen", sagte Finzelberg damals beim Richtfest.

Als entscheidenden Vorteil begründete der ehemalige Landrat die Investition damit, dass mit dem Neubau die räumliche Trennung zwischen Leitstelle und Brand- und Katastrophenschutz aufgehoben wird. Dennoch sahen viele Kreistagsmitglieder die Notwendigkeit anfangs nicht gegeben, stimmten aber letztlich dann doch dafür. Des Weiteren gewährleisten Fahrstühle die Barrierefreiheit, die im Altbau nicht gegeben ist. Die Kreistagsausschüsse werden dann auch künftig im großen Beratungsraum des Neubaus tagen, nicht mehr im Saal Jerichow, da dieser schwerer zugänglich ist.

Gesetzliche Verpflichtungen für die Leitstelle

Steffen Burchhardt gab gestern im Gespräch zu, dass er das neue Gebäude noch nicht betreten hat. "Auf diese Entscheidung habe ich keinen Einfluss mehr, darum kümmere ich mich erstmal um andere Dinge", begründete er. Wenn der Neubau fertiggestellt ist, werde er sich aber die Funktionsbereiche anschauen. Eine Bewertung zur Notwendigkeit des Gebäudes wollte der Landrat gestern nicht abgeben. "Es macht keinen Sinn, dass im Nachhinein zu tun." Dennoch gebe es gesetzliche Verpflichtungen zum Vorhalten einer Leitstelle und die müsse der Landkreis einfach erfüllen, so Burchhardt. "Die Leitstelle übernimmt wichtige Aufgaben und dafür muss entsprechende Technik vorgehalten werden."

Der Neubau bedeutet auch den Abriss der alten Baracke, die aus dem ersten Weltkrieg stammt und damals als Lazarett diente. An dieser Stelle sollen dann später, Parkplätze für Mitarbeiter und Besucher entstehen. Neben der Leitstellentechnik ist der Außenbereich des Gebäudes eine weitere Baustelle. "Nach zwei Wochen wird man aber schon mehr sehen", ist der Landrat zuversichtlich.

Bilder