Neuer Standortleiter, Netzausbau und Investitionen in Höhe von etwa 4,7 Millionen Euro im Genthiner Raum: Beim Stromanbieter Avacon hat sich einiges getan.

Genthin l Clemens Hilling ist neuer Leiter von Avacon am Standort Genthin. Vorher war er für den Stromnetztbetreiber in Salzgitter als Leiter für Hochspannungsnetze tätig. Hillings Vorgänger ist Andreas Görig. Auch er bleibt Avacon treu und arbeitet nun in Helmstedt.

Clemens Hillig trägt nun die Verantwortung für etwa 70 Mitarbeiter. Diese betreuen ein Netzgebiet, das von Havelberg bis Zerbst reicht und etwa 3500 Quadratkilometer umfasst.

Ein wichtiges Thema bei Avacon sind nach wie vor die erneuerbaren Energien. Im Jerichower Land liegt der Grünstromanteil laut Hilling bei 98 Prozent und somit deutlich über dem Bundesdurchschnitt. "Größtes Potenzial unter den grünen Energien hat der Wind", sagt der neue Standortleiter und verweist auf die 107 installierten Anlagen. Weitere Möglichkeiten, Energie in der Region zu gewinnen, seien zum Beispiel Photovoltaik und Biomasse.

2014 investiert die Avacon-Aktiengesellschaft laut eigenen Angaben etwa 4,7 Millionen Euro in die Instandhaltung und Modernisierung ihrer Anlagen. Dabei setzt man auf "optimierte Netzplanung und -steuerung sowie auf innovative Technologien". Erst wenn diese Ansätze ausgereizt sind, erfolgt ein konventioneller Netzausbau. "Der ist meist damit verbunden, dass die Straße aufgemacht werden muss, um Kabel zu verlegen", sagt Hilling. Das sei teuer und der Kunde müsse dafür mitzahlen. "Das wollen wir, wo es geht, vermeiden."

Als Beispiele für innovative Technologien nennt er den regelbaren Ortsnetztrafo, den Einsatz spezieller Wechselrichter für Photovoltaikanlagen und den Aufbau von Stützpunktnetzen.

In Genthin stehen in diesem Jahr noch zwei Projekte an. In der Großen Waldstraße und an der Tabaktrocknung sollen neue Ersatzstationen gebaut werden. "Kleiner und schöner sollen die aussehen", sagt Hilling.

Auch die Schaltstationen in Kade und Roßdorf werden neu gestaltet. Dies übernimmt eine Firma aus Potsdam, deren Entwurf sich gegen die Mitbewerber durchgesetzt hat. Um das Motiv, welches die Roßdorfer Schaltstation verzieren soll, gab es im Ortschaftsrat Diskussionen. "Zuerst waren ein Osterhase und spielende Kinder im Gespräch", sagt Ortsbürgermeister Rudolf Drescher. Das fand im Ortschaftsrat allerdings keine Mehrheit und so hat man sich auf eine Landschaftsaufnahme Roßdorfs geeinigt.

Clemens Hilling sagt über die Schaltstationen: "So werden aus technischen Einrichtungen kleine Schmuckstücke."

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