Johann Hans Langer ist kein Typ, der abends gerne vor dem Fernseher sitzt - er will etwas zu tun haben. Mit den Händen schaffen. Sein Steckenpferd ist seit einigen Jahren die Arbeit mit dem Werkstoff Holz.

Von Bettina Schütze

Dretzel l "Ratsch, Ratsch Ratsch", dem Überraschungsbesucher schallen vor dem Haus von Johann Hans Langer in Dretzel eigentümliche Sägegeräusche entgegen. Der Hausherr klopft sich bei der Begrüßung kurz einige Spuren von Sägerückständen von der Kleidung und präsentiert seine neuesten Werkstücke.

Kleine und große Vogelhäuschen aus Holz, Niskästen, ein Insektenhotel. Im Laufe der Zeit ist einiges zusammengekommen. "Aus Zeitvertreib", sei er vor einigen Jahren zu seinem Hobby Holzarbeiten gekommen. "Ich wollte mir irgendwie sinnvoll die Zeit vertreiben", blickt der 75-Jährige zurück. Und da kam ihm die Idee zu den Holzarbeiten, denn handwerklich begabt sei er schon immer gewesen.

Das Holz und weiteres Material holt sich Johann Hans Langer aus dem Baumarkt. Die Ideen zu seinen Werken kommen ihm spontan. Zeichnungen als Vorlagen benötigt er nicht. Johann Hans Langer: "Ich baue alles aus dem Kopf. Oder ich habe irgendwo mal was Interessantes gesehen und es dann fotografiert." Erstaunlicherweise passen die auf diese Weise entstehenden Einzelteile fast immer aneinander. Ein gutes Augenmaß und gutes räumliches Vorstellungsvermögen sind dafür die Hauptsache. "Und ein bisschen Puzzelei ist immer dabei", sagt der Hobbybastler.

In den Sommermonaten baut Johann Hans Langer hauptsächlich Vogelhäuschen, Nistkästen und auch Insektenhotels. "Für ein Vogelhäuschen brauche ich schon zwei bis drei Tage", so der Dretzeler. Solch ein Vogelhäuschen ist mit einer richtigen Schweißbahn gedeckt. Somit ist das Vogelhäuschen-Dach fast wie ein richtiges Haus abgedichtet. "Nur der Schornstein raucht nicht", verrät der Hobbybastler mit einem Schmunzeln.

Die "Mieter" aus dem Vogelreich können sich dennoch wie Eigenheimbesitzer fühlen. In seinem Garten hat Langer einige Nistkästen aufgestellt, die von den Vögeln gut angenommen werden. Bisher hat er insgesamt 18 Kästen selbst gebaut, die wunderbar anzuschauen sind. In der kalten Jahreszeit zieht der Dretzeler dann zum Basteln in den warmen Keller um. Dann stehen Nikoläuse und Rentiere, die einen Schlitten ziehen, im Vordergrund.

Aber auch eine kleine Windmühle, die eigentlich im Müll landen sollte, hat der Hobbybastler vor zwei Jahren wieder aufgebaut. Flügel und Windschild waren kaputt und der Unterboden verfault. Nach einer Woche mühseliger Kleinarbeit war aus der alten Windmühle ein Schmuckstück geworden. Aber egal, was Johann Hans Langer auch zusammenbastelt, die Nachfrage von Nachbarn und Freunden ist groß. "Bau mir doch auch so ein schönes Häuschen", ist ein vielgehörter Satz, dem der Hobbyhandwerker immer wieder gern nachkommt. Und so ist das "Auftragsbuch" des 75-Jährigen gut gefüllt und der sinnvolle Zeitvertreib auch für die Zukunft gesichert.

 

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