Einen Fahrplan für das geplante Seniorenkino hat der Genthiner Stadtseniorenrat festgelegt. Als Partner haben sie die Betreiber des Union-Kinos und die Volkssolidarität gewinnen können.

Genthin l Senioren zusammenbringen und ein regelmäßiges kulturelles Angebot ins Leben rufen - das wollen die Mitglieder der Stadtseniorenvertretung mit dem Seniorenkino bewirken. "Viele ältere Menschen sind den ganzen Tag allein zu Haus, wir wollen eine Möglichkeit bieten, dass ein sozialer Austausch stattfindet", erklärt der Stadtseniorenvorsitzende Fritz Franke die Idee hinter dem Stadtseniorenkino.

Gemeinsam mit den Union-Kino-Betreibern Lars Hoffmann und Claudia Kaßler wurden die ersten Eckpunkte festgelegt. So soll der erste Veranstaltungstag für das Seniorenkino der Mittwoch, 8. Oktober, um 14.30 Uhr sein. Von diesem Zeitpunkt an soll es an jedem zweiten Mittwoch im Monat eine solche Vorstellung im Genthiner Union Kino geben. "Wir haben jetzt genügend Vorlaufzeit, um die Veranstaltungen zu planen", so Vorstandsmitglied Karla Hahm. Unter anderem muss in den kommenden Wochen ein Film benannt werden.

Die Senioren wünschten sich dabei Streifen, die nicht ganz so alt sind und einen gewissen Tiefgang aufweisen. Beratend steht diesbezüglich Lars Hoffmann zur Seite: "Denkbar sind Filme wie `Ziemlich beste Freunde` oder auch `Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand`", schlug Hoffmann vor. Letzterer sei ein skurriler, aber auch liebevoller Streifen über das Alter, dessen Nachteile, aber auch dessen Vorzüge.

"Auch der aktuell laufende Film `Monsieur Claude und seine Töchter`, könnte etwas für Sie sein." Aus einer Liste von Filmen werden die Senioren nun quasi einen knalligen Auftaktstreifen auswählen. "Es soll schon ein etwas umfangreicherer Start werden", machte Karl-Heinz Koszior deutlich, dem das Thema "Seniorenkino" seit Langem am Herzen liegt.

Auch Bürgermeister Thomas Barz soll zur ersten Veranstaltung eingeladen werden. Ein kleiner Empfang soll dem Auftakt zudem einen besonderen Rahmen bieten. Ein Kaffee- und Kuchenbuffet könne im Kino nicht eingerichtet werden, musste Lars Hoffmann die Senioren enttäuschen. "Das ist logistisch nicht umsetzbar", sagte er. Allerdings könnten die Snacks, die an der Kinokasse verkauft werden, auch mit ins Kino genommen werden.

Das Seniorenkino in Genthin wird ein reguläres Angebot in der Kanalstadt. Britta Krüger, Koordinatorin der Volkssolidarität im Jerichower Land, macht deutlich: "Wir möchten gern so vielen Senioren wie möglich die Teilnahme ermöglichen, deshalb werden wir besonders auf die Ortsgruppen in den Dörfern zugehen, um den Bedarf zu ermitteln." Unter Umständen sei sogar ein Bus-Shuttle möglich. Sie bringt die Erfahrungen aus dem Seniorenkino Magdeburg mit, wo im Cinemaxx pro Veranstaltung im Schnitt rund 100 bis 150 Besucher die Filme sehen.

In Burg, wo es das Angebot des Seniorenkinos ebenfalls schon länger gibt, wird daraufhingewiesen, dass sich eine solche Veranstaltung langsam entwickle. Erst nach einiger Zeit werde ein größerer Interessentenkreis erreicht. "Die Leute bringen dann Bekannte mit und es spricht sich nach und nach herum, dass es das Seniorenkino gibt", erläutert Peter Hansen von der LAG-Film, der das Seniorenkino betreut. "Wir haben mittlerweile einen festen Stamm von Teilnehmern, der sich auch mal ungewöhnliche Filme ansieht." Wichtig sei, dass es das Angebot ganz regelmäßig gibt und dass bei der Auswahl der Filme auf die Interessen der Zuschauer Rücksicht genommen werde. In Genthin sollen pro Veranstaltung etwa 40 bis 50 Zuschauer in die Vorführung kommen. Nur so rechnet sich die Beschaffung der Filme für einen solchen Tag für den Kinobetreiber.