Die Tage der bisherigen Henkelbrücke sind gezählt. Schon bald sollen die Abrissarbeiten beginnen. Im kommenden Jahr soll die Brücke gebaut werden und spätestens 2016 zur Verfügung stehen.

Genthin l Die Henkelbrücke rückt wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit. Die Entwurfsplanung für den Neubau der Fußgängerbrücke wird in der kommenden Woche Thema im Bau- und Vergabeausschuss sein. Unternehmer sehen die Brücke dieser Tage eher als Hindernis bei Wassertransporten. Als kürzlich die größte Gasturbine der Welt auf dem Elbe-Havel-Kanal und dem Elbe-Seiten-Kanal von Berlin nach Hamburg transportiert wurde, war vor allem die Henkelbrücke ein Kritikpunkt. "Eine Höherlegung der Henkelbrücke in Genthin würde zu einer deutlichen Erleichterung der Binnenschiffsverkehre führen", machte Klaus-Günter Lichtfuß, Logistikleiter der Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH (BEHALA) deutlich. Die Firma war für den Transport auf dem Wasserweg zuständig. "Die Brückendurchfahrtshöhen sind sowohl für Projektladungen als auch für zweilagige Containerverkehre von Bedeutung", fügt er hinzu.

Aber nicht nur für überregionale Unternehmen ist die Henkelbrücke ein Hindernis. Auch das Stahlbauunternehmen Sibau in Genthin wartet dringend auf den Umbau. Das wurde beim Besuch des Genthiner Bauauschusses bei der Firma Sibau im Mai deutlich. Dort hatten die Mitarbeiter die Notwendigkeit einer Brückenerhöhung für ihre Transporte deutlich gemacht. "Wir könnten noch umfangreichere Aufträge annehmen", wurde seitens der Sibau-Chefs verdeutlicht.

Bürgermeister Thomas Barz hatte zu diesem Zeitpunkt einen ersten Fahrplan in Aussicht gestellt. "Ich gehe davon aus, dass im nächsten Jahr der Neubau beginnt. Als Grund für die Verzögerungen nannte der Bürgermeister die vielfachen Änderungen, die der Abrissplanung vorausgingen. Seitens des Wasserstraßen-Neubauamtes in Magdeburg wird die Planung bestätigt. Es sei geplant, die öffentliche Ausschreibung der Baumaßnahme im 4. Quartal 2014 einzuleiten, informiert Jörg Lode vom Wasserstraßen-Neubauamt in Magdeburg auf Volksstimme-Anfrage. "Damit könnte die Auftragsvergabe Anfang 2015 erfolgen."

Die Bauarbeiten werden voraussichtlich im gesamten Jahr 2015 laufen. Mehrere Lichtmasten und das Denkmal (Figur des roten Mannes) müssen für den Bau auf der Nordseite weichen und werden im Anschluss wieder installiert. Nach Verkehrsfreigabe steht dem Schiffsverkehr ab 2016 eine Durchfahrtshöhe von 5,25 Metern zur Verfügung, diese ist bereits bei allen Brücken auf dem Elbe-Havel-Kanal Standard. "Mit dieser Höhe wird der zweilagige Containerverkehr auf dem Kanal gewährleistet", führt Lode aus.

Der Brückenneubau hat weitere Vorteile. Durch den neuen Fahrbahnbelag (Asphalt statt Holzbohlen) entsteht eine erhebliche Verbesserung für Passanten. Die Sicherheit auf dem Überbau wird durch ein höheres Geländer mit Handlauf entscheidend verbessert. Auf der Nordseite wird eine Treppe - jeweils in westlicher und östlicher Richtung - errichtet. Zudem werden die Grundstücke auf der Südseite über neue Asphaltzufahrten angebunden.

Insgesamt veranschlagt das Neubauamt eine Summe von 2,2 Millionen Euro. Darin eingeschlossen sind auch Kosten unter anderem für Planung und Gutachten. Zwar beteiligt sich die Stadt nicht an den Baukosten der neuen Fußgängerbrücke, wird aber wohl einen so genannten Vorteilsausgleich nach Fertigstellung zahlen müssen.

Bilder