Glücklich zeigt Ilona Müller den fertigen Hochwasser-Schutzwall vor ihrem Imbiss "Elbe-Eck": Szenen wie vor gut einem Jahr sollten sich damit nicht wiederholen, hofft sie ganz fest - ebenso wie etliche andere Anlieger der Alten Elbe in Jerichow. Ein großer Teil der Arbeiten zur Verstärkung des Flutschutzes ist bereits geschafft.

Jerichow l Der Wall ist durchweg mindestens 40 Zentimeter höher, wurde verstärkt und mit bindigen Material versehen und auch ein Stück verlängert. In Höhe des Elbe-Imbiss` gibt es eine Treppe, so dass Radwanderer, die hier entlang kommen, Rast machen können. Da der Damm für schwer bepackte Fahrräder etwas steil ist, wollen Müllers eventuell noch einen kleinen "Fahrradparkplatz" gegenüber errichten.

"Der Abschnitt Erdbau wurde vorige Woche abgeschlossen", berichtet Planer Rainer Fritze vom Pöyry Perleberg. Nur der Anschluss an die mobile Wand fehlt noch. Das war eine Schwachstelle beim Hochwasser 2013, deshalb soll hier eine Kombination aus Stahlbetonwand und Stahlspundbohle eingebracht werden, damit die Anschlussstelle nicht mehr ausgespült werden kann.

Am anderen Ende des Walls, Höhe Tierarztpraxis Stefan Boden, ist in der Verlängerung bereits eine Schneise durch das Buschwerk geschlagen worden. Hier soll bei Bedarf der "Schlauchdeich" zum Einsatz kommen, der Höhe Trafo-Station dann nicht mehr gebraucht wird. "Im September wird es hier eine Probe-Aufstellung geben, dann wird der Anschluss genau festgelegt", erläutert Rainer Fritze.

Eigentlich schon vor eineinhalb Wochen sollte damit begonnen werden, die Spundwand hinter den Grundstücken neben der Stadtkirche einzubringen. Das wird nun nächste Woche losgehen. Grund für die Verzögerung ist, dass es ungewöhnlich lange dauerte, die Genehmigungen für den Schwerlasttransport des Rammgeräts aus Jarmen (Mecklenburg-Vorpommern) zu bekommen. Dazu mussten die Ämter dreier Bundesländer "Ja" sagen.

Beantragt war der Transport für den 8. August - vorgestern kam nun die Bewilligung - rückwirkend! Wie ein Transport rückwirkend ausgeführt werden soll, das freilich wird ein Rätsel bleiben. Erlebt haben weder Gerold Röhrs von der Baufirma HTI Havelberg noch Rainer Fritze schon einmal, dass eine solche Maßnahme sich wegen der Genehmigung des Schwerlasttransports verzögert. Denn solche Transporte seien schließlich längst Routine.

"Wir haben leider 14 Tage verloren, aber wir liegen noch im Rahmen der Bauzeit", zieht Rainer Fritze Bilanz und fügt hinzu: "Die Firma hat sehr gut gearbeitet!" Das Rammen werde etwa zwei Wochen dauern. Danach könne endlich mit der Verlängerung des Fundaments für die mobile Wand über die Straße begonnen werden. Das war nicht eher möglich, weil die Zufahrtsstraße für die Bauarbeiten ständig gebraucht wurde.

Nächste Woche sollen auch die zusätzlichen Bohlen für die mobile Wand kommen. Diese werden dann zusammen mit höheren Stützen im Container beim Bau-Stützpunkt der Stadt eingelagert - und hoffentlich lange nicht gebraucht ...

 

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