Acht lange Jahre mussten Eris und Benno Jukiel warten, bis sie die ersten Früchte vom Kiwistrauch ernten konnten. In diesem Jahr rechnen die beiden Genthiner bedingt durch das günstige Wetter mit einer Rekordernte.

Genthin l Auf etwa zehn Metern Länge hangelt sich die Kiwipflanze an der Wand im Garten der Jukiels entlang. Sie trägt in diesem Sommer unzählige der bräunlich ovalen Früchte, die in Trauben zusammenhängen. In etwa drei bis vier Wochen darf geerntet werden. "Dann sind die Früchte schön weich", sagt Benno Jukiel, der sich hauptsächlich um die 400 Quadratmeter an grüner Oase hinterm Haus kümmert. "Im letzten Jahr hatten wir einen fünf Liter Wassereimer voller Kiwis, daraus habe ich dann Marmelade gekocht", erzählt Ehefrau Eris. Lecker und süß sei sie gewesen. Diesen Sommer würde sie mit diesem Eimer wohl einige Male laufen müssen, um alle "chinesischen Stachelbeeren" unterzukriegen.

Die rekordverdächtige Kiwiernte ist nicht die erste Gartenattraktion, mit der sich die Genthiner an der Volksstimme-Aktion beteiligen. Riesige Sonnenblumen mit einer Höhe von über zwei Metern konnte man vor einigen Jahren schon in dem liebevoll angelegten Garten bestaunen.

Im Gewächshaus gesellt sich derzeit noch ein rekordverdächtiges Gemüse zu den Höhepunkten des Gartenjahres. Die Salatgurke misst 50 Zentimeter und wiegt 1,3 Kilogramm.

Die Rekordrankel der Kiwipflanze ist eine selbstbefruchtende Sorte. "Nicht so wie die bayerische Kiwi, wo man eine weibliche und eine männliche zusammen pflanzt", erklärt der Gartenchef.

Rote Beete, Erbsen, verschiedene Sorten Tomaten und prächtige Blüten befinden sich hinter dem Wohnhaus, in dem das Ehepaar seit 1971 lebt. Den mächtigen Apfelbaum im hinteren Teil des Gartens kann man kaum übersehen. Das Besondere an ihm: Er trägt vier verschiedene Apfelsorten. Benno Jukiel hat ihn selbst nach und nach "veredelt". Im Herbst können dann Nüsse vom eigenen Nussbaum genascht werden.

Eine schöne Tradition ist die Tulpenernte des Ehepaares. "Jedes Jahr verschenken wir diese als Sträuße an unsere Lieben", erzählt die 65-jährige Genthinerin.

Dass die Ernte der Kiwis nach 14 Jahren so üppig ausfallen würde, hätten beide nicht geglaubt. "Es war ein Versuch und hat geklappt", sagt Benno Jukiel. Vielleicht liegt es aber auch an der Goethe-Büste, die direkt gegenüber steht und den besten Blick auf die exotischen Früchte genießt.

Soll doch das Sprechen mit Blumen, wie es einige Hobbygärtner tun, schon so manches "Wuchswunder" bewirkt haben. Das Schweigen des Weltschriftstellers hat der Pflanze aber scheinbar auch gut getan.