Hut und Wanderrucksack hatte Gerhard Müller diesmal nach Klietznick mitgebracht. Denn ein bisschen Show gehört immer dazu, wenn die Original Fienerländer Musikanten+ aufspielen. Dass der Orchester-Chef beides erstmal wieder beiseite packen musste, war klar. Denn ohne ihn geht schließlich nichts...

Klietznick l Wenn die Klietznicker zum "Musikalischen Frühschoppen" auf den Festplatz an der Naturbühne einladen, dann laden sie die Gäste zugleich auch immer zu einem Spaziergang in die schöne Umgebung, speziell zum Weinberg mit der Jahresbaumallee und nun auch mit dem Aussichtsturm ein. Dass Gerhard Müller dazu etwas einfiel, war zu erwarten, denn seine Fans lieben nicht nur die Musik der Fienerländer, sondern kennen auch die flotten Sprüche von deren Chef recht gut. "Ich geh` jetzt erstmal los. Ist irgend jemand im Publikum, der mich vertreten kann? Nein? Dann müssen meine Leute eben solange etwas spielen, das sie auswendig können!"

Freilich besann sich der Tucheimer "rechtzeitig" darauf, dass er und etliche andere aus dem Orchester doch nicht mehr so fit auf den Beinen sind wie noch vor zehn Jahren, als die "Fienerländer" den Klietznickern mit einem Überraschungs-Ständchen und Umzug durchs Dorf zum "Bronze-Award" gratulierten, den eine Delegation des Ortes in Kanada überreicht bekommen hatte. Heute würde es mit so einem Marsch wohl nichts mehr werden, mutmaßte Müller, und so blieb auch er lieber auf der Bühne.

Dass er den (Wander-)Hut auf hatte, nutzte Gerhard Müller aber gleich, um sprichwörtlich den Hut zu ziehen - vor den Fans der Fienerländer, die von überall her kommen und "ihren" Musikern auch überall hin folgen. Unter anderem seien Gäste aus Marienborn, Bremen, Stendal, Bad Belzig, aus der Region Burg vertreten wusste er. Von Fans aus Kusey, Landkreis Salzwedel, las er einen teilweise gereimten Dankes-Brief vor. "Hurra, hurra, die Original Fienerländer Musikanten sind wieder da! Die Musikfreunde kommen von nah und fern, sie hören die Musik immer wieder gern..."

Und es waren natürlich auch diesmal wieder jede Menge Gäste, die zum musikalischen Frühschoppen mit den "Fienerländern" nach Klietznick gekommen waren. Die Gastgeber hatten sich wie gewohnt gut darauf vorvereitet. Das große Zelt stand zwar noch vom Heydebleckfest, aber Tische, Stühle, Bänke und anderes mussten noch aufgebaut werden - und das klappte hervorragend. "Als ich um 9 Uhr kam, war die Jugend schon im Gange", berichtete Harald Bothe, Vorsitzender des Verschönerungsvereins, begeistert. Dass er mal nicht zu den allerersten auf dem Platz gehörte, hatte seinen Grund: Am Vorabend hatte er - zusammen mit anderen Klietznickern und Gästen - noch bis spät in die Nacht gefeiert: Dieter Strathaus hatte 70. Geburtstag.

Jetzt ist erstmal eine Weile Pause mit den Festen und Veranstaltungen in Klietznick. Das große Zelt wird wieder abgebaut. Erst am 11. Oktober ab 15 Uhr geht es weiter: Dann steht ein Festzelt vor dem Weinberg, wo bereits zum 12. Mal das "Musik- und Weinfest" stattfindet.

Bilder