Genthin l Die Idee kam von einer jungen Mutti. "Sie hat mich im Wahlkampf angesprochen", erinnert sich Bürgermeister Thomas Barz. "Und darauf aufmerksam gemacht, dass die Stadt zu wenig für die Kleinsten tut." Der Vermerk kam auf die To-do-Liste des Bürgermeisters und entwickelte sich von dort aus zur Idee vom Starterpaket.

Das bekommen ab dem 1. September alle Mini-Genthiner. Thomas Barz zählt die Voraussetzungen auf: "Mindestens ein Elternteil ist Genthiner, das Kind ist nach dem 1.September 2014 geboren und wohnt nach der Geburt in Genthin." Für alle, die in den Dörfern leben, stellt Barz klar: "Das Paket gilt natürlich auch für die Ortschaften." Im Paket befindet sich unter anderem ein Lätzchen mit der Aufschrift "Ich bin ein Genthiner". Das gibt es auch für die "Dorfkinder". Auf ihren Lätzchen wird dann zum Beispiel "Ich bin ein Tucheimer" zu lesen sein. Analog dazu gibt es Lätzchen für kleine Gladauer, Parchener, Mützeler und Schopsdorfer.

Das Starterpaket wird durch die Schwangerenberatung des Diakonischen Werkes (Poststraße 3) ausgegeben. Alle jungen Eltern, die Interesse daran haben, können sich dort melden sowie sich umfassend beraten lassen. Ein Gang zur Diakonie lohnt sich, denn im Paket hat sich mit Hilfe von Genthiner Unternehmen einiges angesammelt: Neben den Lätzchen findet sich zum Beispiel ein Gutschein der städtischen Wohnungsbaugenossenschaft (SWG). Sofern die Eltern nicht Mieter bei der SWG sind und im Jahr nach der Geburt Mieter werden, muss keine Kaution gezahlt werden und die erste Grundmiete ist auch geschenkt.

Außerdem ist mit dem Paket für Babys Freizeitbespaßung gesorgt. Es bekommt Gutscheine für Schwimmhallen- und Kinobesuche, es darf zum Taekwondo und zur Osteopathie. Das alles und weitere Überraschungen kommen schick verpackt im Turnbeutel von "Ideen von A-Z" daher.

Das Wohlgefühl der Mini-Genthiner könnte nun nur noch von einer vollen Windel getrübt werden. Zumindest im Rathaus kann bei diesem Problem jetzt Abhilfe geschaffen werden. Ein Wickeltisch wurde hier vor Kurzem auf dem Behinderten-WC installiert. Dieser kann zu den Öffnungszeiten genutzt werden. Bereits im vergangenen Herbst hatte sich Volksstimme-Volontärin Juliane Quägwer mit jungen Muttis in der Innenstadt auf die Suche nach Möglichkeiten gemacht, um Babys Po frisch zu machen. Bürgermeister Thomas Barz versprach daraufhin, sich um einen Wickeltisch im Rathaus zu kümmern. Nun ist er endlich da. Claudia Hübener und Töchterchen Felicia waren die ersten am Platz.

Wickelunterlagen sind da, Feuchttücher nicht. "Aber das ist überall so", sagt die junge Mutter. Windeln und Feuchttücher sind im Normalfall sowieso bei jedem Ausflug mit dem Nachwuchs an Bord. Felicia fühlt sich wohl auf der städtischen Neuanschaffung. Test bestanden! "Eine praktische Sache", fasst Mutti Claudia den Gesichtsausdruck ihres Sprösslings in Worte.