Güsen l Zustände wie auf dem ehemaligen Güsener Festplatz möchte der neue Ortsbürgermeister Dr. Helmut Preuß nicht länger hinnehmen. Regelmäßig wurde unter anderem dieser Missstand in den vergangenen Jahren von Einwohnern und Ortschaftsräten kritisiert - geändert hat sich nichts.

Am 4. August gab es auf dem ehemaligen Festplatz eine Begehung durch den Ortschaftsrat, berichtete Preuß in der jüngsten Sitzung. "Das ist ein unhaltbarer Zustand, da ist auch schon gefahr im Verzug!" Er habe danach ein Schreiben an Bauamtsleiterin Gabriele Panzlaff geschickt und danach gab es ein Gespräch mit Bürgermeisterin Jutta Mannewitz. "Es ist kein Geld dafür da", sei die erste Aussage gewesen, jedoch habe die Bürgermeisterin danach angeregt, hierfür eine AGH-Maßnahme (Arbeitsgelegenheit) zu beantragen.

Es sollte zunächst erstmal eine Grundreinigung hier geben, und im November würde er gern mit allen Vereine aus Güsen über die Zukunft dieses Platzes beraten. Wünschen würde er sich auch, dass man hier einen Frühjahrsputz mit Freiwilligen machen könnte, um den Platz wenigstens wieder begehbar zu machen.

Einen solchen Einsatz könnte man mit einem gemütlichen Beisammensein ausklingen lassen, regte Helmut Preuß an. Er hoffe bei solchen Aktionen auch auf die Unterstützung der Gewerbetreibenden, denn ohne Fahrzeuge und Technik werde es nicht gehen.

Der Festplatz ist allerdings nicht der einzige "Stein des Anstoßes" in Güsen. "Mein Ziel ist, bis Jahresende einen Maßnahmeplan zusammenzustellen, um einiges anzuschieben." Preuß ist sich durchaus bewusst: "Wenn man nicht ständig darauf hinweist und dran arbeitet, wird nichts kommen!"

Eine Menge Dinge könnte man durchaus in Eigeninitiative anpacken, ist er zuversichtlich. Aus diesem Grund hat er die Idee, eine Namensliste mit all jenen zu erstellen, die sich zur regelmäßigen Mithilfe im Dorf bereiterklären. Dabei ginge es darum zu wissen, wenn man auch kurzfristig mal anrufen kann, wenn es etwas zu tun gibt - sei es, ein tiefes Schlagloch in einer Gemeindestraße fix zu beseitigen, einen Bordstein zu richten, vielleicht mal einen Zaun zu reparieren oder ein paar trockene Äste abzusägen und so weiter. "Man kann so viele kleine Dinge mal schnell machen", ist der Ortsbürgermeister überzeugt.

Um solche Mitstände aufzuspüren, sei die Mithilfe der Einwohner immer willkommen. Unter anderem dazu sollen die Bürgerbriefkästen eingerichtet werden. Wenn hier auch das Hinterlassen von Name und Adresse für Rückfragen erwünscht ist, so ermutigte Helmut Preuß trotzdem auch den "Steinbock" dazu weiterzumachen. Unter diesem Decknamen hat ein Güsener eine Liste mit Unfallquellen zunächst dem Ordnungsamt und dann dem Ortsbürgermeister zukommen lassen: Tiefe Dellen im Fußweg vom Weinertring zur Bushaltestelle, fehlender Fußweg und sehr schlechter Straßenzustand in der Zerbener Straße, fehlender Gullideckel höhe Bahnbrücke, defekter Bordstein am Markt, tiefer Absatz am Radweg-Bahnübergang zwischen Parey und Güsen.

Ein anderes ganz großes Problem für Güsen ist das ehemalige Heim der FDGB-Schule in der Mozartstraße. "Das ist ein katastrophaler Zustand. Die Verkehrssicherheit ist nicht mehr gegeben." Hier sei demnächst auch eine Ortsbegehung mit dem Ortschaftsrat geplant. Um für dieses Grundstück eine Lösung zu finden, seien intensive Bemühungen notwendig, ist sich Preuß im klaren. "Ein Verkaufsangebot auf der Internetseite der Gemeinde reicht da nicht!"