Dem Kennenlernen folgte ein erfolgreiches Praktikum und kürzlich der Start der Ausbildung. Vor einigen Wochen hat Moritz Hosch bei der Firma Buchheister Straßen - und Tiefbau begonnen. Initiiert hatte den Kontakt die Berufsfindungsmesse des Projektes Genthin 2020.

Genthin l Fleißig waren die Mitarbeiter der Genthiner Tiefbaufirma in der vergangenen Woche rund um das Feuerwehrhaus in Kabelitz (Landkreis Stendal) bei der Arbeit. Wege wurden gepflastert, Erde ausgehoben und ein Grillplatz hergerichtet.

Mittendrin waren die Auszubildenden Moritz Hosch und Florian Flenske in die Aufgaben eingebunden. Kräftig mussten sie schippen, um die Erde für eine steinernde Einfassung auszuheben. "Mir gefällt es, im Freien arbeiten zu können", sagt Moritz Hosch. "Außerdem ist man nicht immer an einem Arbeitsplatz, sondern viel unterwegs." Anschluss-, Gehweg- und Straßenerneuerungsarbeiten gehören auch zu den Aufgaben der Genthiner Firma. Kennengelernt hat Moritz Hosch die Tätigkeiten während des Berufsbildungstages des Projektes Genthin 2020 im Genthiner Rathaus. Im Frühjahr war die Straßenbaufirma eines der Unternehmen, das sich bei der Messe vorstellte.

"Wir waren damals mit einem großen Bagger auf dem Marktplatz und haben für einiges Aufsehen gesorgt", erinnert sich Thomas Wolff, Meister bei der Firma. Es habe viele Interessenten gegeben. Auf einer Tafel gab es Informationen und die Mitarbeiter standen für Fragen und Antworten zur Verfügung.

"Mir hat das sofort gefallen", erinnert sich der Güsener. Nach einem Vorstellungsgespräch und einem Praktikum in den Sommerferien war für ihn klar: "Das will ich machen." Dass der 17-Jährige dabei im Sommer bei brütender Hitze raus muss und im Herbst bei klirrender Kälte, ist ihm egal. "Man kann sich ja entsprechend anziehen."

Bereits in den ersten vier Wochen durfte er stets mit anpacken. "Die Anforderungen steigern sich nach und nach", erläutert Thomas Wolff. In den späteren Ausbildungsjahren kommen auch anspruchsvollere Aufgaben auf die Auszubildenden zu." Drei Jahre lernen die jungen Leute, dann sind sie nach bestandener Prüfung Straßen- oder Rohrleitungsbauer. In die Lehre eingeschlossen sind auch Phasen in der Berufsschule. "Wir sind im Block im BBZ in Magdeburg oder in der Berufsschule in Stendal", erzählt Moritz. Während der Berufsschulwochen wohnt der Auszubildende in einem Internat für Berufsschüler in der Domstadt. "Es gibt keine direkte Bahnverbindung und nach den Schultagen wäre mir der Rückweg mit den Umsteigezeiten zu lang", begründet der 17-Jährige seine Entscheidung. "Nicht schlecht", findet auch sein Meister Thomas Wolff. "Die jungen Leute lernen, selbstständig zu leben." Er glaubt, dass die neuen Auszubildenden ihren Weg gehen werden. "Wenn die Qualität der Arbeit so bleibt wie bisher, habe ich keine Sorge", zeigt sich der Straßenbauer zufrieden.

Erfreulich ist es auch für das Projekt Genthin 2020. "Es zeigt, dass sich solche Veranstaltungen lohnen", sagt Genthin-2020-Projektleiter Alexander Otto. Aufgrund der großen Resonanz in diesem Jahr planen die Macher schon für das Jahr 2015. "Zeitpunkt und Ort stehen noch nicht fest, jedoch nehmen wir an, dass der Berufsbildungstag im selben Zeitraum wie der Vergangene stattfinden wird", kündigt Otto an. Angestrebt ist damit wieder der Februar.