Es soll wieder Leben einkehren in den kleinen Ort Zerben. Miteinander und Geselligkeit waren in den vergangenen Jahren mehr und mehr "eingeschlafen" - das soll sich wieder ändern. Und es wird nun manches in Angriff genommen, das jahrelang ergebnislos auf der Wunschliste der Zerbener stand.

Zerben l Etliche Einwohner waren als Gäste zur Sitzung des Zerbener Ortschaftsrats gekommen. Der freilich ist klein, er besteht aus nur drei Mitgliedern, von denen Norman Andres noch im Urlaub war. Rolf Wegener und Ortsbürgermeister Dietmar Kohrt demonstrierten bei mehreren Themen Einigkeit und Zuversicht, wohl wissend, dass nicht alle Probleme sofort lösbar sind und "man es nicht allen Recht machen kann."

Das betrifft zum Beispiel die Änderung der Prioritätenliste für den Straßenbau im Ort, wobei sowieso fraglich ist, wann überhaupt wieder Geld für ein solches Vorhaben da sein wird. "Wir sind danach gegangen, was für das Ortsbild am wichtigsten ist", begründete Kohrt die Änderungen. Danach sollen nun an erster Stelle "An der Sandberghütung" und Waldstraße als ein Bauabschnitt stehen, gefolgt von einem Reststück der Friedenstraße, an dritter Stelle die Pareyer Straße, die vorher ganz oben stand, dann die Mühlenstraße und schließlich der vordere Bereich der Elbstraße.

Insbesondere die Zurücksetzung der Pareyer Straße löste Diskussionen aus: Anwohner wiesen darauf hin, dass wegen der Belastung durch schwere Fahrzeuge, die alten Betonplatten teilweise kaputt und weggedrückt sind und die Regenentwässerung nicht mehr funktioniert. Zumindest letzteres müsse in Ordnung gebracht werden.

Zur Zufriedenheit aller gelöst scheint das Problem der Nutzung des Vereinshauses: Nutzungsentgeltsatzung und -vereinbarung fanden nicht nur die Zustimmung des Ortschaftsrates. Der Ortschaftsrat, speziell der Ortsbürgermeister wird künftig die Verantwortung für das Vereinshaus übernehmen. Aber auch die regelmäßigen Nutzer - Kreativgruppe und Seniorengruppe - haben einen eigenen Schlüssel bekommen. Die Mitglieder der Gruppen werden künftig drei Euro pro Monat für die Nutzung zahlen. Mit ihnen gab es im Vorfeld schon ein Gespräch. "Sie sind damit einverstanden", erklärte Kohrt.

Neu ist, dass die Räume auch für private Feiern vermietet werden können.

Mit Erleichterung nahmen die anwesenden Bürger die Nachricht auf, dass es mit der Anlage eines anonymen Urnengräberfelds auf dem Friedhof nun endlich klappen soll. Seit Jahren stand diese Forderung im Raum und immer scheiterte die Realisierung an der Aussage des Gemeindeamts: "Kein Geld!" Hohe Kosten für die Rasterplanung wurden als Begründung genannt, und Versuche, diese als Sponsorenleistung günstig zu bekommen, fanden kein Gehör.

Nun plötzlich soll genau das klappen: "Am 28. August hatten wir eine Vor-Ort-Begehung mit Hauptamtsleiter Volker Zunder und Barbara Majora vom Amt und haben eine geeignete Fläche ausgesucht", berichtete Dietmar Kohrt. "Der Ortschaft hat einen Planer gefunden, der die Rasterplanung kostenlos für uns macht!" Auf die Fläche soll dann ein Stein mit Schriftzug kommen, an dem Blumen niedergelegt werden können.

Eine Lösung bahnt sich auch in Sachen Geselligkeit im Dorf an: Im Zuge der Umgestaltung des Schlossparks in Abstimmung mit der Denkmalpflege war die beliebte Kegelbahn verschwunden, und seither kam immer wieder die Forderung auf den Tisch, einen neuen Platz für die Kegelbahn zu finden - ergebnislos.

Nun hat der Ortschaftsrat die Aussicht, günstig eine mobile Kegelbahn zu bekommen. Auch eine Lagermöglichkeit hierfür und für andere Dinge steht zur Verfügung. "Wir können das alte Feuerwehrgerätehaus als Lager nutzen", informierte Dietmar Kohrt. Hier hatte einige Jahre der Heimatverein sein Domizil, und nachdem dieser sich aufgelöst hatte, wurde es komplett geräumt und sämtliche Versorgungsleitungen wurden gekappt, weil der Abriss geplant war. Der scheiterte nun an Kostengründen - zum Glück für die Zerbener. "Wir haben sonst überhaupt keinen Raum, wo wir etwas unterstellen können", erklärte Dietmar Kohrt.

So ein Schandfleck soll das Haus aber nicht bleiben, betonte er. Es werde einige optische Verbesserungen geben, unter anderem mit Farbe und Bepflanzung.

Wie die Geselligkeit im Dorf wiederbelebt werden kann und was die Zerbener selbst in die Hand nehmen können, soll am 26. September ab 17 Uhr auf einer Bürger-Infoveranstaltung beim Vereinshaus besprochen werden, kündigte Kohrt an.

In Eigeninitiative gelöst hatte zum Beispiel Ratsmitglied Norman Andres schon ein Problem: Er hatte die Gießkannenhalterung auf dem Friedhof repariert, die demnächst auch noch frisch gepinselt werden soll. "Man kann vieles in Eigeninitiative machen", betonte Kohrt und ist zuversichtlich, dass dabei auch viele Zerbener mitziehen werden. Rolf Wegener erinnerte als Beispiel an eine solche Aktion, bei der dank der Eigeninitiative der Zerbener die Gemeinde viel Geld gespart hat: Die Baumpflanzung in der Karl-Marx-Straße. Ähnlich könnte mancher Wunsch endlich erfüllt werden.