Seit März haben junge fleißige Gärtner die Beete hinter dem Genthiner Jugendhaus Thomas Morus bepflanzt und gepflegt. Aber auch mal Naschen war erlaubt. Die Kartoffelernte lassen sie jenen Kanalstädtern zukommen, die auf Lebensmittel der Tafel angewiesen sind.

Genthin l Säen, hacken, gießen und Unkraut zupfen ... Nicht unbedingt die Freizeitbeschäftigung Nummer eins bei Kindern und Jugendlichen. Streetworkerin Petra Schiele schaffte es, eine Handvoll junger Menschen für die Beete hinterm Morushaus zu begeistern. Nun geht das Gartenjahr zu Ende.

Etwa 15 Kilo Kartoffeln für die Genthiner Tafel

Mit der Kartoffelernte möchten die Morusgärtner jenen Kanalstädtern etwas Gutes tun, die auf die Lebensmittel der Genthiner Tafel angewiesen sind.

"Das ist natürlich eine besondere Spende, über die wir uns sehr freuen", sagt Christoph Grothe vom Diakonischen Werk des Landkreises Jerichower Land. Allein bekommt er das knollige Geschenk nicht weg, verspricht aber am kommenden Tag mit Verstärkung anzurücken, um die Kartoffeln schnellstmöglich an die Nutzer der Tafel weiterzugeben.

Gemeint sind Menschen, die zu den Ausgabezeiten dreimal wöchentlich einen Beutel mit Lebensmitteln bekommen. Regelmäßig werden die Supermärkte der Umgebung in einer festgelegten Route von den Mitarbeitern der Tafel angefahren, um Lebensmittel einzusammeln, die im Wirtschaftskreislauf nicht mehr verkauft werden dürfen, so Grothe über die Arbeit. Meist seien dies Waren, die ein Ablaufdatum haben.

Neben den gespendeten Kartoffeln wurden weitere Gemüse- und Obstsorten hinter dem Jugendhaus gepflanzt. Die neunjährige Lena Milatz und der sechsjährige Lukas Plomitzer waren fast jedes Mal dabei. "Ich liebe Zwiebeln", sagt Lena, die für die Bollen im Morusgarten verantwortlich war. Lukas kümmerte sich darum, dass die Pflanzen auf den Beeten und die Blumen nicht durstig blieben.

"Was wir nicht frisch verzehrt haben, wurde verarbeitet", erzählt Petra Schiele, die gemeinsam mit den Kindern das Gartenprojekt durchführte. Dabei gab es Erdbeermarmelade, selbst gemachte Pommes und viel erntefrisches Obst und Gemüse zu probieren. Christina Koch hatte sich für die Kohlrabis verantwortlich gezeigt: "Die esse ich gerne." Jeden Freitag war auch sie gemeinsam mit Freundin Hannah Plomitzer im Morusgarten im Einsatz.

Selbstangebaute Naturkost ohne Chemikalien

Die 11-jährige Hannah kann auch genau sagen, warum ihr die selbst gepflanzte Naturkost so gut schmeckt: "Da sind keine Chemikalien drin." Ihre Zuckererbsen hat sie gleich so in den Mund gesteckt.

"Wichtig war mir, dass die Kinder sehen, dass was man in die Erde legt auch wächst, wenn man sich drum kümmert", so das pädagogische Anliegen Schieles. Auch im nächsten Jahr soll es wieder kleine Gärtner hinterm Morushaus geben. Vielleicht schließen sich auch Hannah und Christina wieder an. Bevor die Schubkarrenladung Knollen an die Genthiner Tafel gespendet wurde, gönnten sich die jungen Hobbygärtner selbst eine große Pfanne selbst gemachte Bratkartoffeln.

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