Die Stadt und der Fremdenverkehrsverein Genthin wollen aus dem bevorstehenden 21. Kartoffelfest möglichst finanziell mit einer schwarzen Null hervorgehen. Dabei soll es keine Abstriche am kulturellen Anspruch geben.

Genthin l Vor Marina Conradi vom Genthiner Fremdenverkehrsverein und Bürgermeister Thomas Barz liegt eine penibel ausgeführte Kalkulation zum bevorstehenden Kartoffelfest. Beide gehen auf dieser Grundlage davon aus, dass es etwa 20 000 Euro Nettoausgaben (ohne Mehrwertsteuer) "verschlingen" wird. Nicht dazugerechnet sind die Kosten für das notwendige Stromaggregat und die etwa 1300 Stunden, die die Mitarbeiter der Touristinformation, Ehrenamtliche und der Bauhof zum Gelingen des Festes beitragen werden.

Erschwerend kommt in der Gesamtrechnung allerdings hinzu, dass Sponsorengelder nicht in dem Umfang geflossen sind wie in den Vorjahren.

"Viele denken, dass entweder bei der Stadt oder beim Fremdenverkehrsverein große Summen hängenbleiben. Das ist nicht so", sagt der Bürgermeister. "Unser Ziel ist eine schwarze Null."

Man habe sich erneut bewusst dafür entschieden, einen Eintritt über fünf Euro (ermäßigt zwei Euro) zu nehmen. Mit der Frage, den Eintritt preiswerter zu gestalten, verbindet sich dann auch die Frage, ob das gegenwärtige Niveau zu halten sei, unterstrich der Bürgermeister.

Das Kartoffelfest werde als Volksfest organisiert, wenn es allein um Kommerz ginge, müssten die Angebote zusammengestrichen werden, machten sowohl Barz als auch Conradi klar. Preistreibende Faktoren, erklärt Barz, würden das Kartoffelfest aus der Gewinnzone herausbringen. Dazu zählt der Stadtchef die Vielzahl der Programmpunkte und die Tatsache, dass sich das Fest über drei Tage erstreckt.

Marina Conradi warb insbesondere mit dem Volksfestcharakter der Genthiner Traditionsveranstaltung. Ab Freitagabend bis zum Sonntag würde ein Programm ohne größere Pausen geboten. Die Kosten allein für das Programm seien zwischen 8000 und 10 000 Euro sogar relativ knapp bemessen. Dazu müssten dann noch einmal 5000 Euro für die Technik auf der Bühne und etwa 1600 Euro für die GEMA geschlagen werden.

Eine Erhöhung der Standgebühren lehnten die Organisatoren ab, um insbesondere die kleinen Gewerbetreibenden nicht zu vergraulen.

Neu wird in diesem Jahr die Kontrolle der Einlassbändchen sein. Im Vorfeld wurden bereits 539 solcher Bändchen durch die Mitarbeiter der Touristinformation den Mitwirkenden des Programmes übergeben, dazu gehören die Tanzgruppen, offizielle Gäste oder Mitglieder der Jury der Kartoffelsuppenverkostung.

Solche Bänder erhalten auch die Besucher gegen Zahlung des Eintritts. Sie seien gut sichtbar am Handgelenk zu tragen und nicht in der Handtasche mitzuführen, sagte Thomas Barz. "Wer durch die Hecke kommt, muss gehen", macht er deutlich, fügt aber hinzu: "Es gibt auch die Möglichkeit, den Eintritt an der Kasse zu entrichten und zu bleiben."