Genthin l Sollte man für die Leiter der Kinder- und Jugendfeuerwehren und die Jugendwarte die Entschädigung pro Monat von zehn auf 20 Euro erhöhen oder nicht? Diese Frage kristallisierte sich bei der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses als Kernfrage heraus, als es galt, über eine aktualisierte Entschädigungssatzung abzustimmen.

Eine solche hatte sich zwar der Stadtrat schon im Juli gegeben, doch die Kommunalaufsicht hatte im Hinblick auf die aktuelle Gesetz- und Erlasslage der Stadt einige Änderungen empfohlen. Unter anderem betrafen sie die Schiedspersonen und die Prämie für langjährige Tätigkeit in der Feuerwehr, sodass im Hauptausschuss nun eine ergänzte Fassung der Entschädigungssatzung zur Debatte stand. Dabei ging es nicht um Beträge.

Während die durch die Kommunalaufsicht monierten Inhalte keinen weiteren Diskussionsbedarf weckten, entfesselte der Vorschlag des Bündnisgrünen Lutz Nitz, die Aufwandsentschädigung für Leiter der Kinder- und Jugendfeuerwehren sowie für die Jugendwarte um zehn Euro zu erhöhen, einen regen Meinungsaustausch.

Lutz Nitz begründete seinen Vorschlag damit, dass mit diesem Vorschlag ein Zeichen für jene Leute gesetzt werden soll, die sich auf dem Land der Kinder- und Jugendarbeit verschrieben haben. Vielfach reduziere sich die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in den Dörfern nur noch auf die Feuerwehren. Deshalb solle man das Wirken der Verantwortlichen in den Feuerwehren unbedingt honorieren. "Jeder, der von Berufswegen weiß, wie anspruchsvoll Kinder- und Jugendarbeit ist, weiß, was die Ehrenamtler auf diesem Gebiet leisten müssen", warb Nitz um Mitstreiter für seinen Vorschlag. Die blieben allerdings bis auf Harry Czeke von der Fraktion "Die Linke" aus.

Andreas Buchheister von der CDU-Fraktion sagte, dass, nachdem die Hauptsatzung bereits in der Sache beschlossen war, jetzt ein solcher Vorschlag überraschend für ihn zur Debatte stünde. Er müsse ihn erst einmal mit in die Fraktion nehmen und werde sich deshalb nicht dazu äußern. Wenn überhaupt, käme eine Erhöhung ohnehin erst im nächsten Jahr zum Tragen.

Harry Czeke spannte den inhaltlichen Bogen seiner Ausführungen über die Arbeit der Kinder- und Jugendwehren hinaus. Er sei von der Armut "angewidert", mit der bei der Entschädigung der Feuerwehrleute gearbeitet werde. Es ginge bei Feuerwehrleuten um gerade mal 20/30 Euro im Monat. "Wenn die Jungs einmal Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr geworden sind, erfüllen sie pflichtige Aufgaben. Da sind 20,30, 40 Euro im Monat beschämend."

Bürgermeister Barz suchte einen Kompromiss zwischen den konträren Auffassungen, lehnte aber eine Erhöhung der Entschädigungszahlungen für Jugendwarte und Verantwortliche in der Kinder- und Jugendarbeit ab. "Es geht nicht allein um die Entschädigungshöhe, sondern um die Wertschätzung, die wir den Kameraden vermitteln sollten", sagte er. "Selbst wenn wir die Entschädigung nach oben schrauben, würden wir nicht mehr Ehrenamtler gewinnen."

Über die endgültige Fassung der Entschädigungssatzung wird der Stadtrat auf seiner Sitzung am Dienstag, 23. September, entscheiden. Der Hauptausschuss stimmte vorerst der vorliegenden Form mehrheitlich zu.

 

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