Genthin l Ein nicht alltägliches Bild bietet sich dem Genthiner Werner Münchow vor Kurzem beim Blick aus dem heimischen Fenster. Eine lange Reihe bestens gepflegter Motorräder parkt gleich gegenüber. Grund genug für ihn, den ungewöhnlichen Besuch im Bilde festzuhalten.

Eine Tour nach Prag zum 20. Clubgeburtstag

Die 14 Biker gehören zu einem schwedischen Motorradclub und stärken sich gerade im Café Nicole in Genthin-Süd.

"Wir sind auf Jubiläumsreise, denn es gibt uns jetzt seit 20 Jahren", erzählt Birgitta Lindgren Schörnig, die Beitragsbeauftragte der Zweiradtruppe, in perfektem Englisch.

Die Geburtstagstour ging nach Prag. Nun sind die als freundlich bekannten Nordeuropäer auf der Rückreise in die Heimat nach Göteborg. "Ich habe in der Schule nur Russisch gelernt", sagt der Genthiner Münchow. Er habe sich aber trotzdem ganz gut mit den schwedischen Gästen verständigen können. Seine Beobachtung war ihm sogar einen Anruf bei der Volksstimme-Redaktion wert: "Sowas kommt ja nicht allzu oft vor."

Dass die Biker gerade in einer Kleinstadt wie Genthin haltmachen, war dem aufkommenden Hunger- und Durstgefühl geschuldet. An dem bereits etwas raueren Spätsommertag kann man durchaus eine wärmende Suppe gebrauchen, wenn man sich wie die Zweiradfahrer durchweg den Wind um die Ohren wehen lässt. "Wir kommen gerade aus Torgau und unsere nächste Station ist Pritzwalk", sagt der Vorsitzende Janne Hansen über den weiteren Tourenplan.

Viele der Maschinen sind sogenannte Custom-Motorräder. Diese sind speziell auf den Besitzer zugeschnittene und umgebaute Zweiräder. Aber auch ein Scooter befindet sich darunter.

Motorradfans zwischen 39 und 68 Jahren

Von Honda über Suzuki bis hin zu Kawasaki, jedes der Clubmitglieder hat seine eigenen Vorlieben, was Ausstattung, Farbe und technische Details betrifft. Dabei sitzt das jüngste Mitglied mit 39 Jahren aber genauso gern auf dem heißen Ofen wie der älteste Motorradfan der schwedischen Ausflügler, der jetzt im 69. Lebensjahr ist.

Seit ein paar Tagen sind sie, nachdem sie sich ausgiebig in Prag umgesehen und die Sehenswürdigkeiten abgeklappert haben, bereits auf deutschem Pflaster unterwegs. Die Straßen seien gut zu fahren, erzählt Birgitta. "Nur in den kleineren Städten muss man ab und zu etwas langsamer fahren", fügt sie über die Erfahrungen auf der Tour noch hinzu.

Frisch gestärkt wird für ein Erinnerungsfoto für Werner Münchow und die Volksstimme posiert. Mit guten Wünschen im Gepäck treten die nordeuropäischen Urlaubsgäste nach kurzem Zwischenspiel in der Kanalstadt die nächste Etappe der Heimreise an.

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