Kartoffelschälen gehört für die meisten nicht zu den sportlichen Aufgaben des Küchenalltags. Anders beim Genthiner Kartoffelfest. Dort wurde auch in diesem Jahr eifrig um die Wette geschält. Am Ende hatte Schäler Norman Hohmann die Nase vorn.

Genthin l Die Regeln sind in jedem Jahr gleich. Ein Kilo Kartoffeln, drei Minuten Zeit, und wer am Ende die meisten Knollen möglichst sauber von der Schale befreit hat, ist Sieger. So weit zur Theorie.

In der Praxis stellt sich das Ganze wesentlich schwieriger dar, wie die drei Runden im Kartoffelwettschälen auch in diesem Jahr bewiesen. 15 Teilnehmer gingen an den Start. In der ersten Runde waren das Ehrengäste und regionale Majestätinnen.

Dabei waren die Genthiner Kartoffel-Königinnen Ivonne und Carolin am Start und traten gegen Veronika Dubau und Günter Kalliske, die historische Sagengestalten darstellen, sowie Steffi Stewart, Kartoffelfestbesucherin aus den USA, an. Eifrig pellten die fünf Teilnehmer die Kartoffeln mit den eigens für das Kartoffelfest angeschafften Sparschälern. "Guck mal, ganz sauber und gleichmäßig", lobte Moderator Stefan Bernschein beim Blick in den Topf von Veronika Dubau. Hingegen hegte er starke Zweifel an der Schälkunst der ehemaligen Kartoffelkönigin Ivonne Renner. "Du hast geschludert", monierte der Moderator. Allerdings förderte eine Befragung unter Zuschauern eine einhellige Solidarität mit der Genthiner Ex-Majestät zutage. "Die Augen in der Kartoffel kann man nicht exakt schälen", befand eine Besucherin mit Kennerblick.

In der zweiten und dritten Runde mussten die Zuschauer selbst antreten. Unter ihnen die Vorjahressiegerin Bianca Goldbach und Norman Hohmann, der bereits mehrfach beim Schälen dabei war.

Die Durchgänge blieben auch diesmal nicht ohne Verletzungen, und immer wieder musste Franziska David von der Genthiner DLRG mit Heftpflastern Erste Hilfe leisten. "Der Sparschäler ist völlig stumpf", monierte Falko Teuber, Teilnehmer aus Berlin.

"Bei dir ist das tatsächlich mehr ein Meißeln", musste Moderator Bernschein eingestehen. Dennoch schaffte es der Berliner am Ende, mehr Kartoffeln zu schälen als sein Konkurrent Jürgen Bewer. Der hatte sich als Kartoffelschälmuffel zu erkennen gegeben und hatte mit seiner Frau gewettet, in drei Minuten zumindest eine Kartoffel zu pellen. Es wurde dann doch ein wenig mehr.

Die Nase vorn hatte zum Schluss aber Norman Hohmann, der seine Technik in den vergangenen Jahren ziemlich verfeinert hat und am Ende stattliche 1100 Gramm Kartoffeln schälen konnte. Vorjahressiegerin Bianca Goldbach errang mit 1050 Gramm den zweiten Platz. Auf Rang drei folgte wie im vergangenen Jahr auch schon ein Kuriosum. Mit 980 Gramm hatten gleich zwei Starterinnen die identische Menge Kartoffeln geschält. Damit teilten sich Veronika Dubau und Steffi Stewart die bronzene Platzierung. Für Stewart, einst aus Genthin in die USA ausgewandert, hat die 6000 Kilometer weite Reise in die Heimat auf diese Weise eine besondere Krönung erfahren.

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