Genthin l In der Heimat zu Besuch ist derzeit Steffi Stewart. Die gebürtige Genthinerin wanderte vor 21 Jahren in die USA aus und lebt in Ohio. Regelmäßig besucht sie ihre alte Heimat und ist besonders zum Kartoffelfest gern in der Kanalstadt.

Auch in diesem Jahr hat sich Stewart der Modegruppe "anno dazumal" angeschlossen, die mit der großen Kartoffelklapper das Knollensortieren wie zu alten Zeiten vorführten. "Ich kenne Ute Braune von der Modegruppe schon sehr lange, immer wenn ich zu Besuch bin, sehen wir uns." Auch versuche sie, sich stets ein wenig zu engagieren und sich in das kulturelle Leben einzubringen.

Am vergangenen Wochenende stand Stewart auch auf der Bühne, um mit der aktuellen Kartoffelkönigin Caroline Lange und der ehemaligen Ivonne Renner, Kartoffeln um die Wette zu schälen. Am Ende reichte es für die Amerikanerin für den 3. Platz. "Wenn man Familie hat, muss man schnell Kartoffeln schälen können", bemerkte sie. Gut 6000 Flugkilomter habe sie zurückgelegt, um die alte Heimat zu besuchen. Zwei Monate bleibt sie in Deutschland.

"Ich entdecke jedesmal neue Seiten des Jerichower Landes", erzählt sie. "Mir ist aufgefallen, dass die englischen Begriffe im Alltag immer noch zunehmen." Man fahre zum Car wash an die Tankstelle und frage am "Service Point" um Rat. Das sei ein wenig schade, findet die 43-Jährige.

In den USA hat sie mittlerweile fast so Wurzeln geschlagen, wie einst in der alten Heimat. Heute sei es dank Internet und E-Mail kein Problem mehr, Kontakt zu halten. "Ich habe auch die Geschehnisse der Flut vor einem Jahr sehr stark verfolgt", erzählt sie. Man sei heute dank der Technik immer ein wenig dabei, auch wenn man sich in der Ferne befinde.

Während des Besuches hat Stewart Familie und Freunde besucht. Auch Ivonne Renner gehörte dazu. "Über Ute Braune haben wir uns einst kennengelernt und als Ivonne an der Lokalmatadorwahl teilnahm, habe ich für sie abgestimmt."

Es war bis heute die Stimme für eine Du-bist-Spitze-Kandidatin, die den weitesten Weg zurückgelegt hat.