Strahlender Sonnenschein, blaues Wasser, weiße Segel - ein bisschen Urlaubs-Postkartenstimmung kam auf am Sonnabend an "Kühnes Loch bei Parey, als einige Modellbaufreunde ihre kleinen Segelboote ins Wasser setzten. Da wurden sogar die Schwäne neugierig ...

Parey l Klaus Klein aus Güsen hegt schon lange eine Leidenschaft für Schiffe und Boote. Angefangen hat er mal mit den ganz großen: Von 1968 bis 1971 war er bei der Marine. Danach widmete er sich hauptsächlich dem Schiffsmodellbau und vor allem der Beteiligung an Wettkämpfen mit den Segler-Modellen. Bei etlichen Pokalwettkämpfen und Meisterschaften hat er mitgemacht, auch noch nach der Wende.

Heute trifft er sich nur noch hin und wieder mit anderen Modell-Segel-Freunden zu einem kleinen Schaufahren, einer kleinen Regatta aus Spaß und ein wenig Geselligkeit - so, wie letzten Sonnabend an "Kühnes Loch" bei Parey. Da durften sie das Gelände und die Bootsstege des Pareyer Wassersportvereins nutzen.

Die Modellbaufreunde aus Magdeburg hatte Klaus Klein vor Jahrzehnten durch die Arbeit kennen gelernt. "Wir haben zu DDR-Zeiten das Modellsegeln in der GST (Gesellschaft für Sport und Technik) wettkampfmäßig betrieben", erzählt Reiner Felgenhauer und fügt an: "... mit begrenzter Technik. Es war alles Eigenbau." Ein rotes Segelboot von damals ist noch dabei, eine sogenannte "Banane". Es besteht aus dem sehr leichten Balsaholz und Sperrholz und hat einen Vier-Kilo-Bleikiel, der ihm Stabilität im Wasser verleiht.

Reiner Felgenhauer und etliche andere gehören heute dem 1. Magdeburger Modellflugsportverein an. Damals habe es noch nicht die Technik fürs Modellfliegen gegeben, erklärt er. Nur sehr begrenzt war Modellflug möglich - mit Segenfliegern, die am Seil hochgezogen wurden. Dabei wurde nach der nötigen Thermik gesucht. Heute funktioniere das im Flugzeugschlepp mit Modell-Motorflugzeugen, die die Segler hochziehen - wie beim richtigen Segelfliegen.

Etwa 80 Mitglieder hat der 1. Magdeburger Modellflug-sportverein. Aber die "alten" Modellsegelboot-Fans frönen nebenher trotzdem auch ihrem ursprünglichen Hobby. Es ist Tradition, dass sie sich einmal im Jahr zu einer solchen Veranstaltung treffen. Diesmal kamen nur sieben, manchmal sind es mehr. Viele Jahre war der Zerbener Kiessee Treffpunkt, nun haben sie "Kühnes Loch" bei Parey für sich entdeckt.

Von modernen Modellen bis Eigenbau von früher ist alles dabei. Wolfgang Liebzeit zum Beispiel hat eine komplett aus edlem Mahagoni nachgebaute "Ketsch" dabei, eine Yacht einem großen und einem kleineren Mast. Er frönt diesem Hobby schon seit einem halben Jahrhundert.

Klaus Klein übrigens liebt auch das Hochsee-Segeln mit einer echten Yacht. Gelegentlich ist er mit einem Bekannten unterwegs, dem die Yacht gehört. 2015 soll es zu dritt nach Königsberg gehen.

   

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