Genthin l Der 7te Zwerg, Sex Tape, Hercules... Das aktuelle Programm des Genthiner Union-Theaters liest sich so, wie die Massen es lieben. Blockbuster mit bekannten Schauspielern sollen möglichst viele Menschen ins Kino locken. Träger von Filmpreisen sucht man meistens vergebens. "In einem Kino, das in der Fläche funktionieren muss, hat es Filmkunst schwer", sagt Inhaber Lars Hoffmann.

Aus diesem Grund wurden 2011 die "Filmkunsttage Sachsen Anhalt" ins Leben gerufen. Leiter des Festivals ist Frank Salender vom Magdeburger Studiokino. "Leiht ein Kinobesitzer einen Film zum Start aus, muss er ihn drei Wochen im Programm halten. Das funktioniert bei Filmkunst nicht", erklärt Salender. "Mehr als einmal bekomme ich da den Saal selten voll", ergänzt Lars Hoffmann, der solche Filme trotzdem gerne in seinem Kino zeigen möchte, da sie "künstlerisch wertvoll" sind. Genau da setzen die Filmkunsttage an. An vier Tagen werden überwiegend Filme gezeigt, die in Mitteldeutschland entstanden sind und oftmals mit Preisen bedeutender Filmfestivals ausgezeichnet sind.

Beteiligten sich 2011 vier Kinos an dem Projekt (Genthin, Magdeburg, Aschersleben, Dessau), sind es 2014 schon 14. Auch Burg, Halle, Salzwedel, Stendal, Quedlinburg und Merseburg sind nun dabei.

Frank Salender spricht von einer ganz "eigenen Magie" eines Festivals. Zwar gingen viele Menschen regelmäßig ins Kino, immer weniger seien allerdings in der Lage über den Film zu sprechen. "Außer `schöner Streifen` kommt oft nicht viel." Durch das die Filme ergänzende Programm, zum Beispiel die "Werkstatt Filmkunst" im Gebäude der Sparkasse am Alten Markt in Magdeburg, wo Filmschaffende über Regie, Szenografie und Drehbuch sprechen, wird der Austausch über Film gefördert. Und das schon bei den Kleinsten. Im Kurzfilmprogramm für Kitakinder werden Zwei-Minuten-Filme gezeigt, danach reflektieren die Kinder gemeinsam mit Medienpädagogen, was sie gesehen haben. Interessierte Kindergarten- und Hortgruppen können sich im Genthiner Kino melden.

Auch ein Hauch Glamour darf bei einem Festival natürlich nicht fehlen. Sektempfang und roter Teppich kommen am Sonntag, 19. Oktober, zum Einsatz. Dann wird dem Schauspieler Devid Stiesow von Ministerpräsident Reiner Haseloff der Filmkunstpreis Sachsen Anhalt im Genthiner Kino überreicht. Striesow unterbricht dafür Dreharbeiten in Spanien, wo er für "Ich bin dann mal weg" vor der Kamera steht. In dem Streifen spielt er Hape Kerkeling. In Genthin ist er nach der Preisverleihung in "Zeit der Kannibalen" zu sehen.