Die Mitglieder des Fördervereins des Bismarck-Gymnasiums müssen 5 Euro mehr im Jahr bezahlen. Die Erhöhung wurde auf der Hauptversammlung am Sonnabend beschlossen. Schulleiter Volker Schütte mahnte, dass der Förderverein nicht die Aufgaben des Trägers, also des Landkreises, übernehmen dürfe.

Genthin l Ein Minus von 4131 Euro steht als Ergebnis des Jahres 2013 im Finanzbericht des Fördervereins des Bismarck-Gymnasiums. "Sieht schlimmer aus, als es ist", gab Schatzmeister Matthias Golz Entwarnung. "In den Jahren zuvor haben wir einen erheblichen Gewinn erwirtschaftet, so dass wir uns den Verlust leisten können." Die Liquidität des Vereins sei zu jedem Zeitpunkt gesichert gewesen.

Teuerster Punkt auf der Ausgabenliste: Anschaffungen für die Schule. Dafür fielen 8045 Euro an. "Wir haben moderne Technik, zum Beispiel Beamer, angeschafft", sagte der Vorsitzende Wolf-Rüdiger Francke in seinem Jahresbericht.

Schulleiter Volker Schütte mahnte, dass der Verein nicht die Aufgaben des Trägers, also des Landkreises, übernehmen solle. "Der Förderverein kann nicht die Ausstattung der Schule bezahlen." Schütte äußerte die Befürchtung, dass der Landkreis sich auf Kosten des finanziell gut ausgestatteten Vereins zurücklehnen würde. Mit Hilfe des Vereins sollten eher Projekte wie die DNA-Analyse der Abiturienten oder das Chorlager finanziert werden.

"Feuchte Wände und Risiko für die Gesundheit"

Die Anschaffung weiterer Technik sei unbedingt nötig. "Hier sieht es so aus, als käme der Landkreis in die Puschen", sagte der Schulleiter. Nächster großer Schritt müsse die Sanierung der Gebäude sein. Besonders in Haus 2 (ehemalige Hanno-Günther Oberschule) sei die Situation kritisch. Schütte sprach von "Feuchtigkeit" und einem möglichen "Gesundheitsrisiko".

Ein Termin beim Landrat, um über die nötige Sanierung zu sprechen, stehe bereits fest.

Die Mitglieder des Fördervereins beschlossen auf ihrer Hauptversammlung auch eine Anhebung des Beitrages. Gegenwärtig zahlen die 262 Mitglieder 15 Euro im Jahr, ab 2015 werden es 20 Euro sein. Bereits im vergangenen Jahr wurde über eine Erhöhung diskutiert, damals ohne Ergebnis. Auch in diesem Jahr gab es sowohl Pro- als auch Gegenargumente. "Viele Mitglieder zahlen freiwillig eh mehr als 15 Euro", sagte Matthias Golz. Außerdem müsse man bei einer Erhöhung Austritte befürchten. "Alles soll so bleiben, wie es ist. Jeder, der möchte, kann ja mehr überweisen", lautete eine Wortmeldung aus dem Publikum.

Lehrerin Kerstin Mosig verwies darauf, dass man vor allem Schüler, die die Schule verlassen, motivieren wolle, Mitglied zu werden. Eine Beibehaltung der 15 Euro wäre für diese Zielgruppe das richtige Signal.

"Das zu diskutieren, ist mir eigentlich zu dumm"

Andererseits sei, so Matthias Golz, zu bedenken, dass bei 262 Mitgliedern eine erhebliche Summe (immerhin 1310 Euro im Jahr) zusammen käme. Auch Wortmeldungen aus dem Publikum bestätigten den Standpunkt. "Fünf Euro mehr im Jahr tun wirklich nicht weh", hieß es zum Beispiel. Oder: "Wir zahlen schon ziemlich lange 15 Euro, dabei sind die durch die Inflation mittlerweile viel weniger wert."

"Wir reden hier über 20 Euro im Jahr", sagte Lehrerin Corina Wienmeister. "Das ist mir eigentlich zu dumm. Wenn jemand deswegen austritt, kann ich nur sagen Auf Wiedersehen." Die Mitglieder stimmten schließlich mit 34 Ja- gegen 6 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen für die Erhöhung.

 

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