Der Fachausschuss tagte am Montag im Stadtkulturhaus. Nach der Sitzung schloss sich ein Rundgang durch das Veranstaltungsgebäude an. Dabei wurden die Ausschussmitglieder von QSG-Geschäftsführer Peter Meißner über den Betrieb des Gebäudes informiert.

Genthin l Das Stadtkulturhaus ist in die Jahre gekommen. Vieles in dem Haus stammt aus der Zeit nach der Eröffnung im Jahr 1958. "Den Garderobenbereich kann man gut und gerne als museumsreif bezeichnen", erläuterte Peter Meißner, Geschäftsführer der Qualifizierungs- und Strukturförderungsgesellschaft (QSG), während des Rundganges.

Auch die Lichtanlage im Saal sei veraltet. "Wir wollten vor einigen Jahren Dimmtechnik einbauen lassen und haben einen Kostenvoranschlag eingeholt." Doch geschätzte Aufwendungen von rund 25000 Euro ließen den Schritt nicht zu. Dabei sei in den vergangenen Jahrzehnten durchaus saniert worden. "Das Meiste ist kurz nach der Wende gemacht worden und hat noch diesen Status", so Meißner.

In jüngster Zeit ist die Klima- und Kühltechnik im Zuge der Küchenerweiterung überarbeitet worden. Menüs für das Catering, Essen auf Rädern und die hauseigene Kantine werden dort zubereitet. Doch weitere Sanierungsmaßnahmen sind unbedingt notwendig. Darauf wies auch Bürgermeister Thomas Barz während des Rundganges hin. "Wir wollen das Gebäude energetisch auf Vordermann bringen und werden Anfang 2015 ein Konzept vorstellen, welche Maßnahmen wir zur Belebung des Hauses anstreben", so der Bürgermeister, der das Thema noch nicht weiter ausführen mochte.

Bereits seit einigen Jahren wird über den Betrieb des Stadtkulturhauses diskutiert. Die QSG bewirtschaftet das Stadtkulturhaus seit rund zehn Jahren. Die Stadt schießt für den Betrieb in diesem Jahr rund 77 000 Euro zu. Laut dem Haushaltskonsolidierungskonzept soll dieser Anteil ab dem kommenden Jahr auf 50 000 Euro sinken. Allerdings können damit kaum die Unterhaltungskosten gedeckt werden. Bereits im vergangenen Jahr fuhr die QSG mit dem Stadtkulturhaus ein Minus im fünfstelligen Bereich ein. Auch in diesem Jahr wird ein Verlust erwartet. "Dieser ist bei Weitem nicht so hoch wie der im vergangenen Jahr, aber es bleibt ein Verlust", so Meißner. Für ein besseres Ergebnis müssten die Veranstaltungen größer sein.

Zahlreiche Veranstaltungen wie Lesungen, Konzerte oder Jugendweihen werden nach wie vor durchgeführt. Vereine haben im Stadtkulturhaus ihr Domizil. Das Genthiner Blasorchester probt regelmäßig im Saal, Tanzgruppen und die Genthiner Karnevalsvereine nutzen die Räume. Im Keller haben die Genthiner Schützen einen Schießstand und das Amateurtheater seinen Fundus. Die Märchenaufführungen des Genthiner Amateurtheaters sind in jedem Jahr Publikumsmagneten. Gründe genug, das Haus zu erhalten. Den Ausschussmitgliedern brannte daher die Frage unter den Nägeln, wie es mit der ehrwürdigen Kulturstätte weitergehen soll. "Gibt es die Möglichkeit, das wir hier irgendwann schwarze Zahlen schreiben werden?", wollte Franz Schuster (Ländliche Wählergemeinschaft) vom Bürgermeister wissen.

Der sah die Sache äußerst nüchtern. "Das Stadtkulturhaus wird für die Stadt immer ein Zuschussgeschäft bleiben." Die Stadt müsse genau überlegen, wo sie noch Geld ausgeben wolle. "Kaum eine Kommune kann bei den klammen Kassen noch einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen." Die sprudelnden Steuereinnahmen des Bundes kämen in den kommunalen Kassen nicht an. Zusätzlich belasten Dinge wie die Kreisumlage die städtischen Haushalte.

Allerdings machte der Bürgermeister erneut deutlich, dass rigorose Schließungen das Problem ebenfalls nicht lösen. "Wir wollen als Stadt bestimmte Angebote vorhalten." Zuversichtlich stimmte den Stadtchef dabei, dass die Kommunalaufsicht die Sparbemühungen der Verwaltung anerkennt.

Barz machte seinen Willen zum Erhalt des Stadtkulturhauses zum Abschluss des Rundganges erneut deutlich: "Wir wollen hier weiterkommen und sanieren."