Bewegend ist der Abschied mit Zeugnisübergabe an die Krankenpflegeschüler des Johanniter-Krankenhauses Genthin-Stendal in der Altenplathower Kirche. Gemeinsam blicken die erfolgreichen Absolventen und ihre Wegbegleiter auf drei Jahre Ausbildung zurück.

Genthin l Sichtlich ergriffen richtet Konrad Javell im Namen der frisch Examinierten des Kurses KR H 11/14 der Krankenpflegeschule des Johanniter-Krankenhauses Genthin-Stendal einige Worte an Eltern und Ausbildungsbegleiter in der Altenplathower Kirche.

"Wir haben uns gestern bei der Abschlussfeier schon vermisst. Es hat schwach angefangen, aber diese Klasse ist eine Einheit geworden", erzählt er von den Freundschaften, die in den drei Jahren gemeinsamer Krankenpflegeschule entstanden sind. Er habe sich selbst in der Ausbildung besser kennengelernt, als in den zehn Jahren davor, gesteht Javell.

Doch nicht nur gemeinsame Feiern und Projekte schweißten die jungen Menschen während der Lehrzeit zusammen. Es wurde auch gearbeitet. Zum Beweis zückt Kursleiterin Silvia Hinze ein kleines Notizbuch, das die Krankenpflegeschüler während eines Ausbildungskurses mit den Schwerpunkten Reanimation und Transplantationsmedizin in Zethlingen gefüllt haben. In einigen Auszügen daraus, die Hinze vorliest, ist die Aufregung vor einer Rettungsübung, die eine Schülerin darin verewigt hatte, auch jetzt noch zu spüren.

"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen einige Mauern und andere Windmühlen. Seien Sie Windmühlen", mit diesem Wunsch an ihre Ehemaligen und einer bunten Windmühle verabschiedete sich die Kursleiterin von der einstigen "Horde Alphatierchen". Zwei von ihnen werden dem Johanniter-Krankenhaus erhalten bleiben, andere sitzen aber bereits auf gepackten Koffern.

Ulrich Paulsen, Pfarrer im Krankenhaus Stendal, erinnerte die Absolventen daran, dass sie sich mit ihrer zukünftigen Arbeit im Kranken- und Pflegebereich auch selbst einem Risiko aussetzen: "Sie werden nicht umhin kommen, sich einige Male zu fragen, bin ich bereit, auch unter einem gewissen persönlichen Risiko zu helfen?"

Damit spricht er auf die Ärzteschaft an, die derzeit im ärztlichen Hilfsdienst im Kampf gegen das Ebola-Virus in Westafrika im Einsatz ist. Ehrfurcht vor dem Leben, Respekt vor den Kranken, Schwachen und Schuldigen und ein Gespür für die heiligen Momente im Leben sind die abschließenden Worte des Pfarrers an die ehemaligen Auszubildenden, die nun selbst die volle Verantwortung für ihren Beruf tragen.

Mit einem Brief, den sie am ersten Tag ihrer Ausbildung an sich selbst schrieben, aufbewahrt von Kursleiterin Hinze, und ihrem Zeugnis geht es zur offiziellen Abschiedsfeier in die Genthiner Krankenpflegeschule.

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