Genthin l Der Springbrunnen auf unserem alten Foto war vielen Lesern ein vertrauter Anblick. So verwundert es nicht, dass etliche Anrufe mit der richtigen Lösung eingingen. "Das ist der Springbrunnen auf dem Marktplatz", sagte zum Beispiel Ruth Hopp. Besonders in Erinnerung ist der Genthinerin die Zahnstation ganz in der Nähe geblieben. "Meine Mutti hatte da immer mehr Angst als ich", berichtet die heute 87-Jährige. Und: Als Belohnung gab es danach immer einen Eclair vom Café Hahn.

Früher hieß der Marktplatz "Ernst-Thälmann-Platz" und es gab einen Gedenkstein dem Politiker zu Ehren. "Es war Brauch nach der Hochzeit einen Blumenstrauß an diesem Stein abzulegen", sagt Siegrid Schuhknecht aus Kade. "Als meine Tochter dort vor 33 Jahren geheiratet hat, hat sie das auch gemacht." Ernst Johannes Fritz Thälmann (1886-1944) war Politiker der Weimarer Republik. Er war Parteivorsitzender der KPD von 1925 bis zu seiner Verhaftung durch die Gestapo im Jahr 1933. Er wurde 1944 von den Nazis im Konzentrationslager Buchenwald ermordet.

Doch zurück zum Springbrunnen. "Das Bild muss um die 40 Jahre alt sein", sagt Roswitha Rother aus Genthin. Es sei schon eine Sensation für so ein kleines Städtchen gewesen, so einen prächtigen Brunnen zu haben.

Ab und zu sind sogar Goldfische darin geschwommen, erinnert sich die Genthinerin Siegrid Schmidt. "Die Erwachsenen haben die Beine in den Brunnen gehalten und für die Kinder war es natürlich auch toll dort."

"Auch der neue Marktplatz gefällt mir gut", sagt Horst Leiste. Die Bänke seien aber damals besser gewesen. Sie waren rings um den Springbrunnen aufgestellt und "luden zum Verweilen ein."

Verweilt hat man auch gerne in der Gaststätte Duckstein, die man im Hintergrund auf dem alten Foto sieht. "Dort hat immer der Männerchor geprobt", sagt Detlef Göbel. Außerdem hätte sich an dieser Stelle der Eingang zum Genthiner Bunker befunden.

Als Burkhardt Jackl aus Ferchland am Lesertelefon die Lösung durchgibt, ertönt eine Stimme aus dem Hintergrund: "Sehr schön war es dort", ruft seine Mutter Brigitte Jackl. "Die Bänke waren bequemer und besser angeordnet als heute." Und ihr Sohn ergänzt: "Dort bekam man eine sehr gute Bockwurst." Auch das Eis sei nicht zu verachten gewesen. Von 1983 bis 85 besuchte Burkhardt Jackl nämlich das Genthiner Gymnasium. "In der Pause sind wir oft zur Eisdiele Pechmann gegangen."

Eine Premiere gab es beim Heimaträtsel in dieser Woche auch noch. Inge Weller wusste nicht nur die richtige Lösung, sie verfasste sogar ein kleines Gedicht dem alten Springbrunnen zu Ehren (siehe Infokasten).

Das Losglück war in dieser Woche Madlen Blume aus Schlagenthin hold. Die kleine Überraschung kann werktags zwischen 9 und 16 Uhr in der Redaktion abgeholt werden.

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