"100 Projekte für den Frieden" ist eine Aktion des Deutsch-Französischen Jugendwerkes. Ein Projekt führte junge Leute aus Burg und La Roche sur Yon in das Kreismuseum in Genthin. Dort beschäftigten sie sich in der Ausstellung "Heeresbericht" mit dem Ersten Weltkrieg und dessen Folgen.

Genthin l Wie war das vor 100 Jahren, als in Europa der Erste Weltkrieg ausbrach? Welche Folgen hatte der Krieg für die Menschen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Jugendliche aus Deutschland und Frankreich in der vergangenen Woche. Sie recherchierten in alten Dokumenten, befragten betagte Menschen, die nach dem Krieg in der Region gelebt haben und besuchten Lesungen zum Thema.

Innerhalb des Projektes besuchten die Jugendlichen auch das Kreismuseum in Genthin. Dort lief die letzte Woche der Ausstellung "Heeresbericht", die sich mit dem Ersten Weltkrieg beschäftigt. Museumsleiterin Antonia Beran führte die Gruppe durch die gestern beendete Ausstellung "Heeresbericht", in der, entlang des gleichnamigen Werkes Edlef Köppens, Schicksale von Menschen im Ersten Weltkrieg erörtert werden. Antonia Beran brachte den jungen Leuten einige Beispiele der Erlebnisse an der Front, wie sie Menschen wie Köppen erlebten, aber auch die Erlebnisse an der Heimatfront näher. So erzählte sie von einer jungen Frau aus Parey, die einen französischen Soldaten kennen und lieben gelernt hatte. "Die Nachfahren haben sich hier im Museum auf die Spurensuche ihrer Familiengeschichte begeben." Solche Anknüpfungspunkte gibt es im Museum einige. In der Ausstellung war unter anderem auch Kriegsspielzeug zu sehen. Darunter auch Linolsoldaten aus französischer Produktion.

Für Aufmerken bei den französischen Teilnehmern, zumeist Germanistik-Studenten, sorgte auch ein Michelin-Fahrrad und ein Waffeleisen in der Dauerausstellung. Wir hätten nicht gedacht, diese Dinge hier vorzufinden", sagte Marie Gabrillard, die gemeinsam mit ihren Kommilitonen Laurene Le Flock und Margeaux Baiteau in Genthin zu Besuch war.

Es sei sehr spannend sich mit der Historie auf diese Weise zu beschäftigen. "Das Verhältnis zwischen Deutschen und Franzosen hat sich grundlegend geändert", fügte die junge Frau hinzu. Daher sei es für sie eine Beschäftigung mit ganz anderen Ansichten über das jeweilige Nachbarland. Die französischen Gäste zeigten sich beeindruckt über die Aufarbeitung der Geschichte, die im Genthiner Museum betrieben wird.

Ebenso spannend fanden es Theresa Bloch, Claudia Zens und Katharina Ebert. Sie waren drei Teilnehmer der 10. Klasse des Burger Roland-Gymnasiums. "Wir sehen hier, wie sich der Krieg in der Region bemerkbar gemacht hat, das ist schon spannend", meinten Theresa und Claudia. "Die Eindrücke und Rechercheergebnisse werden am Ende zu einem Film zusammengefasst, der im Offenen Kanal Magdeburg laufen soll", erläutert Peter Hansen von der LAG-Jugend und Film in Burg.

Ihn beeindruckte, wie sehr sich die Jugendlichen mit dem Thema auseinandersetzten. "Es gibt auch bei den jungen Leuten das Gespür für die Gefahr eines Krieges, gerade was die aktuellen Konflikte angeht." Daher sei es wichtig, dass es solche Projekte gäbe, mit denen die Ursachen und die Folgen eines Krieges aus junger Sicht erforscht würden. Zum Abschluss des Genthinaufenthaltes war die Gruppe in der Stadt unterwegs und besuchte das Wohnhaus Edlef Köppens.

 

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