Genthin (spö) l Die Volkshochschule ermöglicht in Zusammenarbeit mit der Stadt- und Kreisbibliothek eine Filmvorführung mit einem anschließenden Filmgespräch, das Peter Hansen von der LAG Jugend und Film Burg gestalten wird. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht der Film "Westfront 1918" aus dem Jahr 1930.

In Genthin ist die Veranstaltung für Montag, 13. Oktober, ab 19 Uhr in der Stadt- und Kreisbibliothek geplant, in Burg am Mittwoch, 15. Oktober, um 13.30 Uhr im Aktionshaus Musik und Bildung. Das Angebot richtet sich insbesondere an Geschichtsinteressierte und Schulklassen.

Um 1930 hatten in Deutschland kriegsverherrlichende Filme Hochkonjunktur. Eine der wenigen Ausnahmen bildete "Westfront 1918", der sieben Monate vor dem amerikanischen Antikriegsfilm "Im Westen nichts Neues" am 23. Mai 1930 in Berlin Premiere hatte. Das Drehbuch beruht auf dem Roman "Vier von der Infanterie" von Ernst Johannsen.

Stilistisch erreicht der Film einen erstaunlich hohen Grad von Realismus, vor allem in den Graben- und Kampfszenen. Die Monotonie des Sterbens verstärkt noch den beklemmenden Eindruck von Authentizität. Daneben stehen kleine stille Szenen, etwa wenn der Student quasi nebenher beobachtet, wie in einer Feldschreinerei am Fließband Grabkreuze angefertigt werden, oder wie Karls Mutter nicht ihren Platz in der Lebensmittelschlange verlassen will, wenn sie ihren Sohn wiedersieht.

So verdeutlichen nicht die Kampfszenen, sondern die individuellen Schicksale der vier die pazifistische Aussage: Den Glauben an die Kraft der internationalen Solidarität der einfachen Menschen. 1933 wurde der Film verboten. Für den Besuch des Films und des Filmgesprächs wird ein Entgelt in Höhe von drei Euro erhoben.

Anmeldung und weitere Informationen über die Kreisvolkshochschule Jerichower Land, Magdeburger Str. 24-26, 39 288 Burg, Tel: (03921) 949 4300, Email: kvhs@lkjl.de oder Kreis- und Stadtbibliothek Genthin, Tel: (039 33) 80 56 27.