Feierlich begingen Erika und Fritz Wendt den 3. Oktober. Allerdings war ihr Anlass das 50. Ehejubiläum, das mit Verwandten und Bekannten begangen wurde. Mit der Kutsche wurde das Paar zur Feier gebracht.

Genthin l "Das ist ja schön, dass ihr alle da seid", freute sich das Paar, als es am Nachmittag pünktlich zur Kaffeezeit im Hotel Stadt Genthin eintraf. Kutscher Ralf Zimmermann hatte mit seinem Beimann Wilfried Wolle zuvor in Mützel Station gemacht, um die Eheleute mit dem Gespann abzuholen. Auch Enkel Justin nahm bei den Großeltern Platz und ließ sich die Reise im offenen Wagen nicht entgehen. Gemeinsam ging es durch den sonnigen Nachmittag bis zum Ziel in Genthin, wo bereits die Gäste warteten.

1962 bei Aufenthalt in Moskau kennengelernt

1962 hatte sich das Paar kennengelernt. In Moskau. Fritz war im Rahmen der Ausbildung in der damaligen Sowjetunion, Erika nahm an einer Jugendtouristreise teil. Der Mützeler und die Haldensleberin verliebten sich sofort ineinander. "Das war Liebe auf den ersten Blick", bestätigen beide, die bis auf den heutigen Tag Bestand hat. Zwei Jahre später wurde in der Heimat geheiratet und der gemeinsame Sohn kam zur Welt. Heute gehören auch zwei Enkelkinder zur Familie. Dass der Sohn mit seiner Familie gleich nebenan wohnt, ist dem Ehepaar wichtig. "Es ist doch schön, wenn man nicht so weit entfernt von einander lebt", sagt Erika Wendt. Nicht nur die Familie, auch der große Garten mit Kleintieren, Obst und besonders den schönen Blumen liegen dem Ehepaar Wendt heute am Herzen. "Wir haben ja als Senioren Zeit dafür", bestätigen die Beiden mit einem Lachen. Viele Jahre waren sie berufstätig. Erika Wendt arbeitete als Postangestellte und Fritz Wendt war an verantwortlicher Stelle in der Tierproduktion tätig.

Streitigkeiten schnell vergessen

Es sei ein arbeitsreiches, aber schönes Leben gewesen. Gerne hätten sie Reisen an die Ostsee unternommen. "Nach der Wende haben wir den westlichen Teil der Bundesrepublik erkundet." Das Paar unternahm Reisen an die Weser oder ins Gebirge. Vor 25 Jahren - zur Silberhochzeit - machten Wendts eine ganz besondere Reise. "Wir waren noch mal in Moskau und haben uns an unsere Jugend erinnert", erzählt Fritz Wendt. "Es war schon erstaunlich, wie sehr sich schon zum damaligen Zeitpunkt vieles verändert hatte", fügt Erika Wendt hinzu. Heute sei es sicher noch ein wenig anders. Dennoch sei es schön gewesen, die Stätten des Kennenlernens noch einmal wiederzusehen. Für ihre lange Ehe hat das Paar kein Patentrezept. "Wir haben eine sehr gute Ehe geführt", finden die Beiden.

"Wenn wir uns mal gestritten haben, haben wir uns schnell wieder versöhnt." Vielleicht sei das doch ein kleiner Rat, dass man nicht nachtragend ist und manche Streitigkeiten wieder vergisst.