Eine alte Tradition lebt auch in Zerben wieder auf: das Erntedankfest. Wer am Wochenende in das kleine Dorf kam, war zweifellos überrascht, denn das hatte es hier schon viele Jahre nicht mehr gegeben. Rings um Schloss und Vereinshaus herrschte fröhliches Treiben. Zerbener und Gäste verbrachten fröhliche Stunden miteinander.

Zerben l "Um halb zwei haben wir die Lichter ausgemacht", berichtete Ortsbürgermeister Dietmar Kohrt. Auch er ist rundum zufrieden mit diesem ersten Erntedankfest seit vielen Jahren. "Bis spät abends war der Platz gut gefüllt", erzählt er. "Die Stimmung war super, es gab keinen Stress. Wenn Gespräche geführt wurden, dann nur darüber, wie es weitergehen soll in Zerben." Und auch das im positiven Sinne. Es herrscht Aufbruchstimmung.

Die Idee, wieder ein Erntedankfest in Zerben zu veranstalten, war spontan entstanden. Erstmal war im kleinen Kreis darüber beraten worden - im Ortschaftsrat und zusammen mit der Interessengemeinschaft "Kreativ". "Ich war dann bei der Agrargenossenschaft und habe gefragt, wann man denn sowas macht", erzählt Dietmar Kohrt. "Zeitnah zum Erntedankfest der Kirche" war die Antwort, und das wird normalerweise am ersten Oktoberwochenende gefeiert. Verbindlich ist das freilich nicht - auch in Kirchen wird mancherorts noch später gefeiert.

Für Zerben war der Termin dann aber schnell festgelegt, und das war gut so, denn das Wetter war herrlich dafür. Schnell ging es auch, herumzufragen, wer das Fest mitgestalten könnte, und so waren auch etliche Stände vor Ort - selbstgebackener Kuchen, selbstgemachte Marmelade von einer Burgerin, Honig aus eigener Produktion, die Kreativ-Frauen boten Pellkartoffeln mit Quark und Schmalzstullen an, ein toller Bastelstand einer Berliner Familie, die aus Zerben stammt, lockte die Kinder an, Kinderschminken war auch im Angebot, und natürlich auch allerhand frisch Geerntetes.

Eine Attraktion war ebenso die Technikausstellung: Ein "riesiger" moderner Mähdrescher stand neben verschiedener anderer Technik aus verschiedenen Jahrzehnten, darunter auch ziemlich alte. Und auch kleine "Technik" für die Kinder war dabei, ein Traktor zum Treten zum Beispiel. Das Besondere: Sämtliche Technik stammte aus Zerben, betonte Dietmar Kohrt. Die große hatte natürlich die Agrargenossenschaft ausgestellt. Sie und verschiedene andere Zerbener haben das fest auch als Sponsoren unterstützt. "Sonst wäre das nicht gegangen", bekräftigt Kohrt.

Bis jetzt habe er nur Positives über dieses Fest gehört, erzählt er. "Wir wollen das beibehalten - mit immer anderen Ideen." Der Ortschaftsrat werde sich nochmal zusammensetzen, um darüber zu beraten. "Das nächste Ziel ist nun erstmal unsere Kegelbahn", kündigt er an. "Die Zeichnung dafür ist so gut wie fertig." Es werde eine mobile Kegelbahn sein, die jederzeit abgebaut werden kann. Trotzdem soll das Vorhaben nochmal zur Genehmigung eingereicht werden, weil ja der Schlosspark unter Denkmalschutz steht. Dietmar Kohrt ist aber überzeugt, dass es damit keine Probleme mehr geben wird und beim Maifest 2015 auch eine Kegelbahn dabei sein wird.

Auch bei der Einwohnerversammlung, die nach der jüngsten Ortschaftsratssitzung stattgefunden hat, wurde nach vorn geschaut. "Wir reden wieder miteinander, das klappt gut und macht Spaß", berichtete Dietmar Kohrt. Im Dorfgemeinschaftshaus soll künftig öfter etwas los sein. Fest stehen schon zwei Termine: am 1. November ein Romméturnier und am 15. November ein Skatturnier.

Die Zerbener sind auch daran interessiert, das Schloss mit einzubeziehen. Beim Erntedankfest war es geöffnet, und es gab auch etliche Besucher. Künftig sollte aber noch mehr möglich sein, wünscht sich Dietmar Kohrt.

   

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