Sein goldenes Abitur feierte jetzt der Abschlussjahrgang 1964 der damaligen Genthiner Erweiterten Oberschule. Die Ehemaligen, die es im Laufe der Zeit in alle Himmelsrichtungen verschlagen hat, kamen damit erneut nach Treffen in den Jahren 1984, 1994, 2004 und 2008 zusammen.

Genthin l Dichtes Gedränge in der Aula, als es zur Zeugnisausgabe des goldenen Abiturs ging. "Es ist einfach eine Pflicht, an diesem Treffen teilzunehmen, es ist schön, diesen alten Schulmief zu riechen" sagte Heidrun Güldner im Kreise ihrer ehemaligen Mitschüler. Aber auch für solche Treffen, machte die Genthinerin klar, ticke bereits die Lebensuhr. Schließlich würde der Jahrgang im nächsten Jahr das 70. Lebensjahr vollenden. "Wir müssen eben auch daran denken."

Doch an diesem besonderen Tag gingen die Gedanken auch in eine ganz andere Richtung. Uwe Kubern hatte die Ehemaligen im "Bootshaus" mit getexteten Zeilen begrüßt, in denen er seine Erwartungen an das Treffen formulierte (siehe Info-Kasten).

Später, in der Aula des Bismarck-Gymnasiums, überreichte Lehrerin Anke Heldt an die 23 Ehemaligen, die zum Treffen gekommen waren, die goldenen Abiturzeugnisse, für die Uwe Kubern aus Magdeburg verantwortlich zeichnete. "Alle bestehen heute das Abitur mit Auszeichnung", sagte Anke Heldt und sorgte mit dieser Äußerung für große Heiterkeit in der Gruppe. Denn nur zweimal wurde 1964 für den Abiturjahrgang das Prädikat "Sehr gut" vergeben. Schulische Leistungen traten allerdings beim Treffen zum goldenen Abitur etwas in den Hintergrund.

Schon in der Aula bahnen sich kleine Plaudereien an. Unvergessen sind allen die Zeltlager in Markgrafenheide an der Ostsee. "Es war eine Zeit, die wir sehr genossen haben, obwohl die Ausstattung auf dem Zeltplatz mit heutigen Ansprüchen überhaupt nicht mehr vergleichbar ist. Für uns war das Zelten an der Ostsee ein wunderschönes Gemeinschafts- erlebnis", sagte Monika Bachmann.

Die einstigen 64er Abiturienten brachten sich derweil in Erinnerung, dass sie beim UTP-Unterricht (Unterrichtstag in der Produktion) auf dem Volksgut in Jerichow heimlich Zigarren rauchten.

Nach der Übergabe des Zeugnisses traten die Ehemaligen dann den Weg zum Marktplatz an, um die Bunkeranlage zu besichtigen.

Heidrun Güldner hatte Altbürgermeister Wolfgang Bernicke für eine Führung gewinnen können. Obwohl in Genthin bzw. in der Region aufgewachsen, war es für nicht wenige Ehemalige eine Erstbesichtigung.

Der Führung folgte dann ein für Klassentreffen übliches Beisammensein, der die 23 Ehemaligen zurück in das "Bootshaus" führte. Hier machten am Abend viele Foto-Alben die Runde, die an die gemeinsame Zeit erinnerten. "Wir haben viel zu gucken gehabt", sagte Marianne Wortmann. "Ja, ich freue mich immer wieder auf solche Treffen", resümierte Uwe Kubern stellvertretend für seine ehemaligen Mitschüler.

Und damit wird noch lange nicht Schluss ein. Die Genthiner "Mädchenrunde" um Marianne Wortmann, Monika Bachmann und Heidrun Güldner wird schon bald im Café Nicole zu einer kleinen Auswertung zusammenkommen und den Weg für das nächste Treffen, sicher noch vor dem diamantenen Abitur, ebnen.

   

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