Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten, verkauft! Eine Fundsachenversteigerung hat stets den Charme eines sportlichen Wettkampfes. Bei der Auktion der Stadt Genthin kamen in der vergangenen Woche Fahrräder und Gartengeräte unter den Hammer.

Genthin l "15 Euro, wer bietet mehr?", fragte Paul Karle von der Stadt Genthin und trieb die Bieter an. 17 Euro, 19, Euro, 25 Euro, stetig stieg der Preis des eleganten Damenrades. Am Ende bekam eine Dame den Zuschlag - für 31 Euro. "Das Fahrrad hat einen schönes Rahmen", erläuterte die Käuferin. "Außerdem wird ein älteres Fahrrad nicht so schnell gestohlen, wie ein neues", war der pragmatische Gedanke hinter dem Erwerb.

Insgesamt 22 Fahrräder standen bei der Fundsachsenversteigerung auf dem Hof für neue Besitzer bereit. Damen- Herren- und Kinderräder genau so wie Mountainbikes. Nicht alle waren in gutem Zustand, aber alle wurden irgendwann bei der Stadt Genthin als Fundsache abgegeben und aufbewahrt.

"Hatte sich der Besitzer innerhalb von sechs Monaten nicht gemeldet, konnte der Finder die Fundsache erwerben. Wo das nicht der Fall war, ging das Recht zum Erwerb des Eigentums an der Fundsache auf die Gemeinde des Fundortes über", erläuterte Karle den Weg der angebotenen Gegenstände in die Versteigerung. Alle Geräte seien nicht mehr funktionstüchtig und müssten umgehend nach dem Erwerb bei der Stadt bezahlt werden, waren die wichtigsten Regularien für die mehr als zwei Dutzend Interessenten.

Während die Auktion der Fahrräder und City-Roller gemählich voranschritt, kam bei den ausgedienten Geräten des Bauhofes echtes Bieterfieber auf. Besonders ein Rasentraktor ohne Mähwerk löste ein wahres Gefecht aus.

Karle startete die Auktion bei 20 Euro, schnell stand der Preis bei 50 Euro. Dann 100. "Wer bietet mehr?", stachelte der Fachbereichsleiter die Bieter an. "150 Euro" schall es zurück, "170", "250" und am Ende fiel der Hammer bei sagenhaften 320 Euro.

"Für solch einen Aufsitzmäher zahlt man neu gut und gerne einen klaren vierstelligen Betrag", erläuterte einer der Bieter.

Abgesehen von den Mähern war die Fundsachenversteigerung einer eher lässige Angelegenheit. Was in der ersten Runde nicht unter die Leute gebracht werden konnte, kam in einer zweiten und dritten Auflage zum Aufruf. Allerdings waren Fahrräder ohne Vorderrad und Kette keine Renner. Nach dem dritten Durchgang konnten die letzten Fahrräder auch noch als Ersatzteilspender versteigert werden und am Ende war der Hof leer und die Kassen gefüllt.

Insgesamt kamen in diesem Jahr genau 1192,50 Euro durch die Auktion zusammen. 36 Gegenstände wurden insgesamt versteigert. "Bei den Rasentraktoren war zu erwarten, dass die Bieter sich einen regelrechten Schlagabtausch liefern und somit wurde zum Schluss ein gutes Ergebnis erzielt", stellte Bürgermeister Thomas Barz abschließend fest. Die Besucherresonanz sei allerdings etwas niedriger ausgefallen als in den Vorjahren.

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