Burg l Dass 250 Briefe der Marie von Clausewitz an ihren Gatten Carl noch erhalten sind, ist vor allem dem Bruder der Ehefrau zu verdanken. Friedrich von Brühl hatte den Nachlass des kinderlosen Ehepaares nach dem Tod seiner Schwester übernommen. "Im Wissen um das hohe Kulturgut solcher Briefe übergab nun die Familie von Brühl diese Sammlung der Stiftung Preußischer Besitz in Berlin", erklärte Inge Poetzsch, die im vergangenen Jahr mit dem Clausewitz-Preis Burgs geehrt worden war. Die Auszeichnung wurde ihr als siebente Preisträgerin aus Anlass des Todestages des preußischen Militärreformers zuteil. Die Stadt und der Burger Freundeskreises "Carl von Clausewitz" waren davon überzeugt, dass sie mit dazu beigetragen hat, dass die Burger in zunehmender Anzahl den Sohn der Ihlestadt als wichtige und bedeutende Persönlichkeit der Geschichte der Kreisstadt wahrnehmen.

Die Magdeburger Historikerin, die bisher vier Vorträge zum Thema Carl von Clausewitz in Burg gehalten hatte, hat sich mit den Briefen näher beschäftigt und will einige Ende Oktober interessierten Burgern im Rahmen eines Vortrages vorstellen und über Hintergründe und Wirkung des Briefwechsels informieren.

"Es heißt: Hinter jedem bedeutenden Mann steht eine starke Frau. Das Ehepaar Clausewitz gibt in seiner konsequenten Lebensführung ein überzeugendes Beispiel für dieses Wort", ließ Poetzsch vorab erklären.

Dem Freundeskreis stehen die Briefe nicht im Original zur Verfügung. Aber er konnte sie als Kopie von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz erwerben. Einige davon werden in Burg am 27. Oktober ab 18 Uhr in der Clausewitz-Erinnerungsstätte, Schulstraße, von Inge Poetzsch vorgestellt. In der Form ist es das erste Mal, dass über diesen speziellen Nachlass in der Öffentlichkeit gesprochen wird, erklärte die engagierte Historikerin, die nicht nur einen Namen in der Landeshauptstadt hat.