Genthin l Es sei eine bewusste Entscheidung der Stadt, die Pachten nicht zu erhöhen, sagte Bürgermeister Thomas Barz vor den Kleingärtnern, die sich am Montagabend im Vereinsheim "Zur Drossel" eingefunden hatten. Auch die Unkosten für die leer stehenden Parzellen, es sind derzeit etwa 180, sollen nicht umgelegt werden. Die sich daraus ergebenden 3240 Euro würden die schlechte Finanzlage der Stadt ohnehin nur unwesentlich beeinflussen, sagte der Stadtchef.

Er appellierte aber dennoch an die Gartenfreunde, insbesondere junge Familien für die Übernahme eines Gartens zu gewinnen. Solche Freizeitangebote wie das eigene Grün mache auch ein Stückchen Lebensqualität aus. Barz schlug den Gartenfreunden vor, zukünftig über ein Boni-System für die Bewirtschaftung eines Gartens zu werben. In diesem Zusammenhang plädierte Reimar Porrini, Vorsitzender des Stadtverbandes, dafür, unter anderem die gesetzliche Drittelregelung - Bebauung, Rasenfläche und gärtnerische Nutzung - mit Augenmaß umzusetzen. "Mir ist lieber, ein Kleingärtner unterhält einen Garten, dessen Rasenfläche zwar um einen Quadratmeter größer ist als vorgeschrieben, als ihn mit starren Regeln zu vergraulen."

Den Vorschlag des Bürgermeisters, durch Umzüge innerhalb der Sparten von außen nach innen Leerstandsflächen zu begradigen, erteilte Porrini allerdings eine Abfuhr. Für manche Kleingärtner wäre dies eine Zumutung, weil sie sich deutlich verschlechterten, argumentierte er. Auch die Teilung großer Gärten in kleinere scheitere oft daran, dass ein Gartenfreund dann den Strom- und Wasseranschluss übernehme und der andere leer ausgehe. Der Stadtverband hatte Anfang des Jahres angekündigt, sich verstärkt um den Leerstand zu kümmern und sich stärker in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Jetzt konnte Reimar Porrini diesbezüglich nur verhaltenen Erfolg vermelden. "Wir haben zwar Zuläufe, insbesondere in den Anlagen Birkheide und Zille, die sich aber durch die Abgänge wieder aufheben", resümierte er.

Um die Öffentlichkeitsarbeit zu intensivieren, haben der Stadtverband und der DRK-Hort der Grundschule Mitte beim 2. Genthiner Wirtschaftsgespräch vereinbart, dass die Hortkinder dreimal im Jahr eine Anlage in der "Birkheide" besuchen werden, um das Gartenjahr, beginnend von der Aussaat, über das Heranwachsen bis zur Ernte zu verfolgen.

Der Vorsitzende des Stadtverbandes informierte, dass es in der Kleingartenanlage "Waldesruh", mit 140 Gärten die größte Anlage in der Stadt, Überlegungen gebe, wieder dem Bundesverband der Kleingärtner beizutreten, aus dem sie im vergangenen Jahr ausgetreten war. Dadurch käme sie wieder in den Versicherungsschutz, der bei Rechtsstreitigkeiten hilfreich sei, so Porrini.

Im Zuständigkeitsbereich des Genthiner Stadtverbandes, dazu gehören auch Gartenanlagen in Brettin und Parey , werden derzeit gegenwärtig etwa 600 Gärten von etwa Kleingärtnern bewirtschaftet.

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