Viele Besucher mit einer besonderen Geschichte gab es bereits in der Kirche und der Heimatstube in Kade. Vor einer Weile führte Siegried Koch, Vorsitzender des Fördervereins Kader Kirchen, eine ganze Gruppe solch außergewöhnlicher Gäste. Sie sind allesamt Nachfahren einer Familie, die einst in Belicke wohnte.

Kade l Es war eine Familie mit neun Kindern, die damals im Gutshaus in Belicke wohnte. Zwei der Geschwister leben noch, und einer von ihnen, Erich Quendt (82) aus Genthin, war auch dabei. Die Nachfahren der Geschwister sind längst "in alle Winde zerstreut", aber trotzdem halten sie engen Kontakt. Jährlich veranstalten sie an wechselnden Orten ein Cousin- und Cousinentreffen, welches sie diesmal unter anderem nach Kade führte.

"Sie wollten hier Erinnerungen auffrischen und selbst sehen, wovon ihnen ihre Eltern erzählt haben", berichtete Siegfried Koch. Die Orte von Taufen und Einschulungen, von Tanzveranstalungen und anderem mehr wollten sie gern mit eigenen Augen sehen. "Als Fundgrube erwies sich die Heimatstube, denn dort kamen Zeugnisse von sechs Geschwistern zum Vorschein, auch vom anwesenden Erich Quendt!" Warum etliche Noten nicht die besten waren, konnte Siegfried Koch den Besuchern erklären: "Im Fleiß hatten sie alle eine Eins. Denn sie mussten damals daheim viel helfen und hatten deshalb nicht viel Zeit für die Schule."

Urgroßeltern sind aus Thüringen hergekommen

Eine der Nachfahren der Quendt-Geschwister - Susanne Gries, geborene Quendt, aus Hagen, schickte später noch einen kurzen Bericht über ihre Familie, der auch ein Stück Geschichte ist:

"Unsere Urgroßeltern sind mit ihrer Tochter Elise und ihrem Schwiegersohn Willi (unseren Großeltern) und deren erstem Kind etwa 1929 der Arbeit (Melker) wegen von Thüringen nach Kade gezogen. Dort wurden dann die restlichen acht von insgesamt neun Kindern (also unsere Eltern) geboren. Gewohnt und gearbeitet haben sie bis etwa in den 40er Jahren auf einem großen Rittergut."

Zum Verbleib der neun Kinder berichtet sie: "Zwei Kinder sind in Sachsen-Anhalt wohnen geblieben, eins zog nach Thüringen, eine Tochter hat einen Engländer geheiratet und wohnt seitdem in England, vier Kinder sind nach Hagen gezogen und eins nach Emsdetten (beides Nordrhein-Westfalen)."

Im Laufe der Jahre kamen insgesamt 25 Enkelkinder dazu, eines davon ist bereits verstorben.

"2012 haben wir das Vetter- und Cousinentreffen zum Leben erweckt. Dieses erste Treffen fand in Hagen statt. 2013 folgte dann Thüringen und in diesem Jahr trafen wir uns zum 3. Mal, diesmal in Hohenseeden bei unserer ältesten Cousine."

An diesem Treffen haben 15 von 24 Vettern und Cousinen zuzüglich zehn Partnern teilgenommen. Manche waren urlaubsbedingt oder auch wegen der Entfernung (zwei wohnen in England) verhindert, erklärt Susanne Gries und zählt auf, woher die 15 Teilnehmer (Cousins und Cousinen) im Einzelnen kamen: Sieben aus Hagen (NRW), einer aus Schwelm (NRW), einer aus Rheine (NRW), einer aus Lammspringe (Niedersachsen), einer aus Lastrup (Niedersachsen), einer aus Wutha-Farnroda (Thüringen), einer aus Wernigerode Silstedt (Sachsen-Anhalt), einer aus Stendal-Wahrburg (Sachsen-Anhalt) sowie die Gastgeberin aus Hohenseeden.

Für das nächste Jahr wurde schon einen Termin für ein Treffen festgelegt. Der Ort steht noch nicht fest, "aber besprochen wurde, das wir uns dann irgendwo in der Mitte auf neutralem Boden treffen, damit keiner eine zu weite Anreise hat." Alle freuen sich schon sehr darauf.

   

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