Genthin l Langsam, ganz langsam senkte sich am Freitag der schwere Schiffskörper und glitt dann ganz sachte in das Wasser des Elbe-Havel-Kanals. Rund ein halbes Jahr lag der 1910 für den Eigner Koch Schultze aus Mützel gebaute Dampfer auf dem Trockenen in der SET-Werft in Genthin.

Die Fachleute der Genthiner Werft haben in dieser Zeit den Schiffskörper komplett saniert, die Ruderanlage instand gesetzt und diverse Schweißarbeiten am Deck ausgeführt. "Die Luise hat zudem einen Korrosionsschutz bekommen", erklärt SET-Betriebsleiter Michael Hupka die Arbeiten. Drei Farbschichten wurden daher aufgetragen. Damit bekam das Schiff sein besonderes Antlitz zurück und die Außenhaut ist nun für längere Zeit witterungsbeständig. Ein wichtiger Punkt für den Verein "Historischer Hafen Brandenburg", dem das Schiff seit 2012 gehört und der die Restaurierung in Genthin mit einem Umfang von rund 20000 Euro in Auftrag gab. "Wir konnten nicht alle Arbeiten in Eigenleistung erbringen, ein Teil der notwendigen Reparaturen konnten nur durch eine Werft erfolgen. Deswegen wurde die Luise nach Genthin überführt", erläutert Vereinsschatzmeister Torsten Kirchhoff.

"Die Werft Genthin, vom Betriebsleiter bis zum Lehrling, hat eine fantastische Arbeit geleistet", lobt Kirchhoff. Es sei ein reibunsloser Ablauf auch mit der Tangermünder Zentrale der Werft gewesen. Parallel zu den Arbeiten in Genthin haben die Vereinsmitglieder dieses Jahr fast 1000 Stunden an der Luise gearbeitet. "Ohne diesen gemeinsamen Einsatz würde sich die alte Dame nicht so hübsch und sicher präsentieren können." Auf rund 100000 Euro beziffert Kirchhoff die Gesamtkosten der Restaurierung. Viel Geld, aber es lohnt sich. Denn im kommenden Jahr soll sich die Luise gemeinsam mit dem Fischtransportschiff Lina Marie aus dem Jahr 1901 und der 1902 gebauten Nordstern während der Bundesgartenschau in der ehemaligen Wiemann-Werft den Besuchern präsentieren.

Am kommenden Freitag wird die Luise in den Heimathafen nach Brandenburg überführt. Zuvor kümmern sich die Vereinsmitglieder in der kommenden Woche um die Überarbeitung der Maschine mit Anlasser und Kühlwasser. In der Heimat geht dann der Innenausbau weiter. Toilette und Sitzgelegenheiten werden eingebaut.

Die Sanierung wird zudem über die Wintermonate weitergehen. "Dafür benötigen wir weiterhin Unterstützung in Form von Spenden oder Gewerken in den Bereichen Elektrik, Sanitär und Tischlerarbeiten", erläutert Kirchhoff. Denn der Verein versucht nun, die restliche Bearbeitung in Eigenregie zu vollenden. Um Spenden wird auf das Vereinskonto bei der Brandenburger Bank IBAN: DE 36160620730000147761 gebeten.

Weitere Informationen gibt es auf der Website des Vereins unter www.historischer-hafen-brandenburg.de

 

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